A career rebuilt: Mariana Esteves’ road from Lisbon roots to Olympic Paris

Von Lissabon nach Paris: Wie Mariana Esteves ihren eigenen Weg im Judo fand

Mariana De Carvalho Vidal Reis Esteves Teiga hat sich ihre Karriere nie „ausgesucht“, sie hat sie sich erkämpft. In Paris 2024 stand sie im U57kg-Wettbewerb auf der olympischen Matte – für Guinea, in den Farben Rot, Gelb und Grün. Für sie war es mehr als ein Startplatz: Es war ein Schritt in Richtung Freiheit und zurück in den Spitzensport.

Ihre Geschichte ist nicht nur ein Flaggenwechsel, sondern ein Neuanfang.

Geboren und geprägt wurde sie im europäischen Judo. Mit fünf begann sie in Lissabon, zunächst eher aus dem Wunsch der Mutter heraus, sich selbst schützen zu können. Aus klassischem Tanz wurde schnell echte Leidenschaft für Judo, getragen von einer sportlichen Familie und vielen ausprobierten Disziplinen. Bei Salesianos de Lisboa, begleitet von Eduardo Garcia und Nuno António, fand sie ein Umfeld, das sie bis heute als Familie beschreibt.

Als Juniorin gehörte Esteves zu Portugals stärksten Talenten. Der Höhepunkt dieser Phase: Bronze bei den Junioren-Weltmeisterschaften 2015 in Abu Dhabi. Doch 2016 änderte alles eine Schulter-Subluxation mit anschließender Operation. Dazu kam der Druck, für olympische Unterstützung im U52kg-Limit zu bleiben – mit ungesunden Gewichtsschnitten und einer Zeit, in der Training nur noch weh tat.

Der Wechsel ins U57kg brachte Erleichterung, dann stoppte die Pandemie den nächsten Aufbau. Erst der Umzug nach Sainte Geneviève des Bois in Frankreich wurde zum Wendepunkt: Dort fand sie die Freude am Training wieder und baute sich Schritt für Schritt neu auf.

2022 folgte die nächste Entscheidung: Guinea. Nach ihrem letzten Einsatz für Portugal im März trat sie im Mai bereits für Guinea bei den Afrikameisterschaften an. Drei afrikanische Titel (2023, 2024, 2025) machten sie zur festen Größe, 2025 kam Grand-Prix-Bronze in Österreich dazu. 2026 landete sie beim Paris Grand Slam erstmals in der finalen Blockphase auf Rang fünf – Niederlagen nur gegen Sarah Léonie Cysique und Faïza Mokdar, aber ein Ergebnis, das ihr in der ausverkauften Arena ein echtes Zugehörigkeitsgefühl gab.

Parallel läuft ihr akademischer Weg: Sportwissenschaft (2018), Master im Lehramt Sport (2022) und nun die Vorbereitung auf eine Promotion in Human Kinetics mit Fokus auf Soziologie und Sportmanagement. Ihr Thema passt zu ihrem Leben – Migration im Judo und der Weg zu Olympia. Und während sie Richtung Los Angeles 2028 blickt, bleibt die Botschaft klar: Grenzen waren für sie nie das Ende, höchstens der Anfang.

Quelle: JudoInside

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