Ein schneller Ippon und ein größeres Ziel: Han Qis Lektion beim Heimturnier in Qingdao
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Han Qi nutzte den Grand Prix in Qingdao, um sowohl sein Potenzial als auch seine Ehrlichkeit darüber zu zeigen, wo er im Judo derzeit steht. Bei seinem Heimauftritt in China in der Klasse bis 90 kg auf der IJF World Judo Tour belegte er Platz sieben, doch für ihn ging es bei diesem Ergebnis weniger um die Platzierung als um die Richtung, die es vorgab.
Han machte klar, dass Platz sieben nicht das Ziel war. Sein Fokus liegt auf den Olympischen Spielen, und sein Auftritt in Qingdao fühlte sich eher wie ein früher Zwischenstand auf diesem Weg an als wie ein endgültiges Ausrufezeichen.
Der stärkste Auftaktmoment kam sofort. Gegen Halmuminov Omuruzak aus Turkmenistan erzielte Han nach nur 20 Sekunden Ippon und gab dem Heimpublikum genau den explosiven Start, den es sich erhofft hatte. Er beschrieb, wie intensiv die Atmosphäre war, mit vollen Rängen und der Energie der Zuschauer, die ihn nach vorn trug.
Han Qis Tag begann mit einem Ippon nach 20 Sekunden vor seinem Heimpublikum.
Diesen Schwung nahm er mit in seinen zweiten Kampf gegen John Jayne aus den USA. Han sicherte sich den Sieg mit zwei Yuko-Wertungen, doch besonders auffällig war sein Versuch, sich nach dem emotionalen Hoch des ersten Kampfes mental neu zu ordnen. Statt sich mitreißen zu lassen, versuchte er, sich zu beruhigen und auf das zu konzentrieren, was als Nächstes kam.
Dieser Stimmungswechsel war wichtig, denn im Viertelfinale stieg das Niveau deutlich an. Gegen den Brasilianer Guilherme Schimidt spürte Han seinen vergleichsweise geringen Erfahrungsstand bei großen Veranstaltungen. Er gab offen zu, dass dies eine der Lücken ist, die er noch schließen muss, wenn er sich dauerhaft mit internationaler Spitze messen will.
Der Tag endete in der Hoffnungsrunde gegen Murad Fatiyev aus Aserbaidschan, wo Hans Lauf stoppte. Zwei Niederlagen in Folge waren klar enttäuschend, doch er versteckte sich nicht hinter Ausreden. Stattdessen nannte er zwei Bereiche, in denen er sich verbessern muss: technische Ausführung und emotionale Kontrolle.
Gerade diese Selbsteinschätzung könnte eine der wichtigsten Erkenntnisse aus Qingdao sein. Han stellte seinen siebten Platz nicht als Durchbruch dar. Er behandelte ihn als Lektion und sagte, dass er Schritt für Schritt arbeiten und aus schwierigen Kämpfen lernen müsse, statt den Prozess zu überstürzen.
Seine Verbindung zum Judo reicht bis zu seinem elften Lebensjahr zurück, als er an eine spezialisierte Sportschule ging. Er sagte, dass ihn Videos im Internet angezogen hätten und ihn die Kraft und die Geschmeidigkeit hochklassiger Würfe beeindruckten. Der Moment eines Ippon ist für ihn bis heute der Teil am Judo, den er am meisten liebt.
Han sprach auch über den Einfluss von Tong Wen, der Olympiasiegerin von Peking 2008 und früheren Teamkollegin, als wichtige Inspiration. Auch Coach Wu schrieb er viel zu, nicht nur für die technische Ausbildung, sondern auch für vermittelte Werte und Charakterbildung.
In diesem Sinn bot Qingdao ein klares Bild davon, wo Han Qi in seiner Karriere steht. Es gab Begeisterung, es gab Fehler, und es gab die Erinnerung an den Abstand zur Spitze. Aber es gab auch Ehrgeiz, Realismus und einen sichtbaren Hunger, weiter aufzubauen.
Für Han war Platz sieben nicht das Ziel, sondern nur der erste Schritt.
Als Teil eines aufstrebenden chinesischen Männerteams glaubt Han, dass mehr internationale Erfahrung in diesem Olympiazyklus die Gruppe weiter nach vorn bringen kann. In Qingdao fiel das Ergebnis gemischt aus, doch die Botschaft war einfach: Die Reise hat begonnen, und er will, dass sie auf der olympischen Bühne endet.
Quelle: IJF.org
Bildquelle: IJF / International Judo Federation
Quelle: EJU.net
Bildquelle: IJF / International Judo Federation