Omori dreht in Ulaanbaatar den Spieß um, Cysique holt Silber
Teilen
Akari Omori und Sarah Leonie Cysique prägten in Ulaanbaatar die wichtigste Geschichte der Klasse bis 57 kg. In einem Finale, das ihre Begegnung vom Paris Grand Slam im Februar wiederholte, fand die Japanerin diesmal die richtige Antwort und sicherte sich Gold mit einem klaren Wendepunkt im Bodenkampf.
Die Auslosung hatte bereits früh für eine der Überraschungen des Tages gesorgt. Timna Nelson Levy aus Israel reiste nach einer jüngsten Europamedaille mit Schwung an und wirkte nach ihrem Auftaktsieg gegen Italiens Veronica Toniolo in Kontrolle. Doch im Viertelfinale stoppte Maysa Pardayeva aus Turkmenistan diesen Lauf auf eindrucksvolle Weise und warf mit einem kraftvollen Ko-soto-gari in weniger als einer Minute auf Ippon.
Pardayevas Durchbruch verlieh der Gewichtsklasse spürbar Energie, doch ihr Weg endete gegen Omori, die Japans starke Form am ersten Wettkampftag fortsetzte und ins Finale einzog. Auf der anderen Seite gab es aus französischer Sicht eine interessante interne Geschichte um Faiza Mokdar und Sarah Leonie Cysique. Der Kontrast war deutlich: Jugend und Aufbruch bei Mokdar, Erfahrung und Ruhe bei Cysique.
Am Ende erreichte Cysique das Finale, während Mokdars Turnier bereits im Viertelfinale endete. Damit war das hochklassige Wiedersehen mit Omori perfekt, was einem Duell zwischen zwei Athletinnen, die einander bereits gut kannten, zusätzliche Spannung verlieh.
Fast drei Minuten lang gab keine der beiden Judoka viel preis. Den ersten Shido erhielten beide Athletinnen wegen Passivität, ein Zeichen dafür, wie ausgeglichen der Kampf geworden war. Dann kam der entscheidende Moment.
Als die Aktion in einen Übergang ging, der sich bereits in Richtung Ne-waza zu bewegen schien, ließ Cysique für einen Augenblick nach, und Omori reagierte sofort. Sie drehte ihre Gegnerin um und erzielte einen klaren Ippon, womit sie den Kampf mit einer einzigen Bewegung entschied und sich den Titel in der Klasse bis 57 kg holte.
Eine einzige Öffnung genügte Omori, um das Finale zu drehen.
Omori sagte später, sie habe in der vergangenen Woche Fehler aus einem Wettkampf in Japan korrigiert und Strategien für Auftritte im Ausland aufgebaut. Diese Selbstanalyse zahlte sich aus. In Ulaanbaatar wurde daraus eine Goldmedaille und ein weiteres starkes Ergebnis für Japan.
Für Europa gab es in dieser Klasse dennoch einen Podestplatz. Deutschlands Seija Ballhaus besiegte Timna Nelson Levy im Kampf um Bronze, nachdem die Israelin, die auf der Anzeigetafel bereits zurücklag, mit einem Würgegriff zur Aufgabe gezwungen wurde. Es war ein disziplinierter und entschlossener Auftritt von Ballhaus, die mit Bronze abreiste.
Die zweite Bronzemedaille ging an Pardayeva, die damit einen der auffälligsten Läufe des Tages vollendete. Gegen Frankreichs Mokdar punktete sie früh mit einem tiefen O-uchi-gari für Yuko und hielt dem späten Druck stand, um ihren Vorsprung bis zum Ende zu verteidigen.
So brachte das Endergebnis eine Mischung aus bestätigter Klasse und überraschender Dynamik: Omori ganz oben, Cysique mit Silber sowie Bronze für Ballhaus und Pardayeva. Für europäische Fans sorgten Cysique und Ballhaus dafür, dass der Kontinent klar im Medaillenrennen blieb, auch wenn Omori mit dem prägenden Abschluss der Gewichtsklasse den Schlusspunkt setzte.
Quelle: IJF.org
Bildquelle: IJF / International Judo Federation
Quelle: Fighting Lifestyle
Bildquelle: IJF / International Judo Federation