Alice Bellandi’s Triple Crown Was Built on Doubt, Nerves and Relentless Growth - Image: IJF / International Judo Federation

Alice Bellandis Triple Crown entstand aus Zweifeln, Nervosität und unermüdlicher Entwicklung

Alice Bellandi steht nach der Vollendung einer seltenen Triple Crown im Mittelpunkt einer der bemerkenswertesten Geschichten im Judo. Der italienische Star gewann 2024 in Paris Olympiagold, holte 2025 den Weltmeistertitel und fügte 2026 den Europameistertitel hinzu, doch ihre jüngsten Aussagen zeigen, dass ihr der Erfolg kein Gefühl der Sicherheit gegeben hat.

In einer Folge von JudoPod beschrieb Bellandi eine Haltung, die bei einer Athletin an der Spitze des Sports überraschend wirkt. Obwohl die größten Titel im Judo bereits in ihrer Bilanz stehen, sagte sie, dass sie sich noch immer wie die Neue fühle, noch immer wie diejenige, die jagt, statt gejagt zu werden. Genau diese Einstellung scheint sie stärker anzutreiben als jede Medaillenanzahl.

Ihr Sieg bei den Europameisterschaften 2026 wirkt noch beeindruckender, wenn man betrachtet, was unmittelbar davor geschah. Nach dem Paris Grand Slam im Februar zwang sie eine Verletzung dazu, zu Beginn der Saison 2026 der IJF World Judo Tour drei Wochen lang nicht zu trainieren. Statt mit vollem Selbstvertrauen anzureisen, ging sie mit einem Gefühl der Verletzlichkeit und mangelnden Vorbereitung in das Turnier.

Am Morgen des Wettkampfs, so sagte Bellandi, sei sie von Nervosität überwältigt gewesen. Doch sie hielt an einem Gedanken fest: Man muss sich nicht großartig fühlen, um Großes zu leisten. Sobald sie die Tatami betrat, vertraute sie darauf, in den Kampfmodus umschalten zu können. Wenige Tage später hatte sie die Sammlung aus olympischem, Welt- und Europatitel komplettiert.

Bellandis jüngster Titel kam nach Wochen voller Zweifel, nicht aus einem Gefühl der Sicherheit heraus.

Auffällig ist, dass sie diese Ergebnisse nicht als Ziellinie betrachtet. Bellandi spricht über ihre Karriere als einen Prozess, als etwas, das sich weiter bewegt und weiter verändert. Anstatt sich als Athletin zu sehen, die bereits angekommen ist, betrachtet sie diese Erfolge als Grundlage für die nächste Herausforderung, wobei Los Angeles 2028 bereits im Blick ist.

Dieselbe Haltung zeigt sich auch in ihrem Judo. Bellandi erklärte, dass einige ihrer besten Aktionen instinktiv entstehen und eher vom Gefühl als von bewusster Überlegung geleitet werden. Gleichzeitig sucht sie weiter nach neuen Antworten und neuen Angriffswegen und weigert sich, immer wieder von denselben Mustern abhängig zu sein.

Dieses Bedürfnis nach Weiterentwicklung ist seit dem Gewinn des Weltmeistertitels nur noch stärker geworden. Der rote Rückennamenaufnäher verändert alles. Gegnerinnen analysieren mehr, studieren mehr und bereiten sich gezielt auf sie vor. Bellandi versteht, dass es im Judo nicht reicht, an der Spitze nur das zu verteidigen, was bereits funktioniert. Es bedeutet, sich zu verändern, bevor die anderen aufschließen können.

Eine frühere Entscheidung veränderte ihre Karriere zudem auf tiefere Weise. Der Wechsel von -70 kg in die Klasse bis -78 kg veränderte ihr Verhältnis zum Sport, nachdem harte Gewichtsreduktionen so belastend geworden waren, dass sie Panikattacken auslösten. Sie bezeichnete den Wechsel als die einzige Wahl, und er brachte mehr als nur eine sportliche Anpassung. Er half ihr, eine gesündere und glücklichere Athletin zu werden, mit einem besseren Gleichgewicht zwischen Körper, Ernährung und Leistung.

Ihr Wechsel in die Klasse bis -78 kg veränderte mehr als nur die Ergebnisse.

Widerstandskraft ist der rote Faden in Bellandis Geschichte. Sie sprach über große Finals, in denen die Erschöpfung überhandnahm, ihr Geist benebelt war und ihr Körper sich leer anfühlte, sie aber dennoch einen Weg fand weiterzumachen. Der Glaube, sagte sie, sei in solchen Momenten zu einer ihrer stärksten Stützen geworden.

Für Bellandi ist die Botschaft klar und auf sehr menschliche Weise kraftvoll. Im Judo ist Erfolg nicht nur den Tagen vorbehalten, an denen sich alles perfekt anfühlt. Manchmal gehört er der Athletin, die trotzdem vorangeht.

Quelle: IJF.org

Bildquelle: IJF / International Judo Federation

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