Aserbaidschans erster Schritt nach vorn im Kata beginnt in Sarajevo
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Aserbaidschan ist seit Langem für große Erfolge im Shiai bekannt, von olympischen Erfolgen bis zu Medaillen auf Weltniveau. Doch bei den Judo-Europameisterschaften Kata Sarajevo 2026 rückte eine andere Seite der Judo-Geschichte des Landes in den Fokus.
Das Junioren-Nage-no-Kata-Duo Famil Asadov und Yusif Ahmadov reiste nicht mit dem gewünschten Ergebnis ab, dennoch hatte ihr Auftritt ein echtes Gewicht. Für Aserbaidschan war ihre Teilnahme mehr als nur ein weiterer Wettbewerbseintrag. Sie zeigte, dass die Ambitionen des Landes beginnen, sich über das Wettkampf-Judo hinaus auch auf die technische, traditionelle Seite des Sports auszudehnen.
Genau das macht ihren Weg bemerkenswert. In einem Land, das für Athleten wie Elnur Mammadli, Rustam Orujov und Hidayat Heydarov berühmt ist, ist Kata nicht der naheliegendste Weg. Doch für Asadov und Ahmadov ist er zu einem bedeutsamen geworden.
Asadov beschrieb Kata als einen weiteren Weg, Judo zu lernen, und bezeichnete Nage-no-Kata als schön und nützlich, weil sie die Techniken in der Tiefe vermittelt. Ihr Weg in diese Disziplin begann erst 2023 durch ein von der Aserbaidschanischen Judo-Föderation gemeinsam mit ihrer Sportakademie gestartetes Projekt. Im Dezember 2025 gewannen sie den nationalen Juniorentitel, ein Ergebnis, das sie davon überzeugte, weiter voranzugehen.
Sarajevo war nicht die Ziellinie für dieses Duo.
Beide Athleten kamen aus dem Shiai, und diese Erfahrung prägte ihr Gefühl für Bewegung und Timing. Doch die europäische Bühne machte auch deutlich, wie anders sich Kata anfühlt.
Ihre eigene Einschätzung brachte diesen Unterschied klar auf den Punkt. Im Shiai liegt der Fokus darauf, den Gegner zu lesen. Im Kata ist die Herausforderung weit stärker nach innen gerichtet und gemeinsam: einander zu spüren, jede Position zu kontrollieren und jedes Detail des Körpers in Bewegung zu verstehen.
Diese Partnerschaft war eines der Schlüsselelemente ihrer Darbietung in Sarajevo. Synchronisation war in jeder Phase entscheidend. Griff, Fußsetzung und Übergänge hingen alle von Vertrauen und unmittelbarem Verständnis zwischen den beiden Judoka ab.
Ahmadov erklärte, dass sie jede Bewegung gemeinsam spüren und sofort aufeinander reagieren müssen. Dieses Gefühl der Verbindung ist im Kata zentral, und es unterstrich auch, warum dieser Auftritt selbst ohne Medaille Bedeutung hatte.
Für Aserbaidschan war dies ein Zeichen für einen breiteren Wandel innerhalb einer der stärksten Judo-Nationen Europas. Investitionen in Kata, adaptives Judo und Bildungsprogramme helfen dabei, eine umfassendere Identität aufzubauen, die nicht nur auf Medaillen im Shiai beschränkt ist, sondern auch mit der Bewahrung und Weiterentwicklung der gesamten Kultur des Judo verbunden ist.
Auch den Athleten war diese Bedeutung bewusst. Sie sagten, sie seien stolz zu zeigen, dass Aserbaidschan nicht nur für Shiai steht und dass auch diese neue Richtung etwas ist, worauf ihr Land stolz sein kann.
Auch Trainer Samir Ismayilov sah in Sarajevo großes Potenzial. Er stellte fest, dass ein großer technischer Fehler teuer war, glaubte jedoch, dass das Duo ansonsten eine der höchsten Wertungen hätte erzielen können. Noch wichtiger war, dass er klarstellte: Das ist erst der Anfang.
Aserbaidschan plant bereits künftige Teilnahmen an Kata-Europa- und Weltmeisterschaften, während jüngere Kadetten sich darauf vorbereiten, denselben Weg einzuschlagen. Ismayilov sagte, das Team wolle sein Niveau im Kata-Wettkampf verbessern und habe sich bis 2032 eine Weltmeisterschaftsmedaille zum Ziel gesetzt.
Für eine Nation, die in ganz Europa bereits respektiert wird, fühlte sich dies wie der Beginn eines neuen Kapitels an. Vielleicht nicht lauter, aber eindeutig bedeutsam.
Quelle: EJU.net
Bildquelle: EJU / European Judo Union