Krpálek vor Tbilisi: Ein Champion denkt an das, was nach Medaillen bleibt
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Wenn die Europameisterschaften in Tbilisi näher rücken, fällt ein Name sofort auf: Lukáš Krpálek. Der Tscheche gehört seit Jahren zu den prägendsten Figuren im europäischen Judo, doch diesmal steht weniger seine Sammlung an Titeln im Mittelpunkt als die Haltung, mit der er weitermacht.
Der Doppel-Olympiasieger, zweifache Weltmeister und dreifache Europameister sagt klar, dass ihn nicht nur Medaillen antreiben. Für ihn geht es weiter um Entwicklung, um tägliche Arbeit und darum, sich selbst zu beweisen, dass er noch immer mit den Besten mithalten kann. Gleichzeitig ist der Gedanke gewachsen, jüngeren Athletinnen und Athleten etwas mitzugeben.
Krpálek kämpft weiter, aber der Blick geht längst über das Ergebnis hinaus.
Krpálek beschreibt, wie sich seine Beziehung zum Judo verändert hat. Früher sei der Fokus stärker auf dem Gewinnen und dem Beweis der eigenen Stärke gelegen. Heute versteht er den Sport als festen Teil seiner Persönlichkeit, als etwas, das Disziplin, Denkweise und Charakter geformt hat.
Gerade das macht seine Aussagen vor Tbilisi interessant. Der erfahrene Schwergewichtler betont, dass ein weiteres starkes EM-Ergebnis für ihn heute eine andere Bedeutung hätte als früher. Es wäre nicht nur ein persönlicher Erfolg, sondern auch ein Zeichen an die junge Generation in seinem Land, dass Alter, Konstanz und Beharrlichkeit im Leistungssport weiter zählen.
Er spricht auch offen über die Herausforderungen dieser Phase seiner Karriere. Mit zunehmendem Alter werde es körperlich härter, das hohe Niveau zu halten. Noch wichtiger sei aber die innere Aufgabe: Motivation, Disziplin und mentale Stärke nach so vielen Erfolgen jeden Tag neu zu finden.
Dabei setzt Krpálek inzwischen stärker auf Ruhe, Geduld und Erfahrung. Vergangene Titel helfen, sagt er, aber sie gewinnen keine aktuellen Kämpfe. Genau diese Demut macht seine Rolle im europäischen Judo so besonders.
In Tbilisi reist er deshalb nicht nur als großer Name an. Er kommt als einer, der zeigen will, dass Spitzenjudo und Vorbildfunktion zusammengehören.
Quelle: EJU_News