Clarisse Agbegnenous Bronze steht für ein starkes Comeback in Lausanne
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Clarisse Agbegnenou kehrte beim Ecole Mont-Olivet Lausanne Grand Slam nur fünf Monate nach der Geburt ihres Sohnes Dakota in den Grand-Slam-Judo-Wettkampf zurück. Die französische Championin verließ die Schweiz mit Bronze, einem Ergebnis, das weit mehr bedeutete als einen Platz auf dem Podium.
Agbegnenous Bilanz zählt bereits zu den bemerkenswertesten im französischen und internationalen Sport. Sie ist sechsmalige Weltmeisterin, Olympiasiegerin in ihrer Einzelklasse und zweimalige Olympiasiegerin im Mixed-Team-Wettbewerb. Doch nachdem sie Mutter von zwei Kindern geworden war, erhielt ihre jüngste Rückkehr auf die Tatami eine andere Bedeutung.
Dakota wurde am 11. März geboren, und Agbegnenou erklärte, dass ihre Vorbereitung fast sofort begonnen habe. Sie trainierte bis zum Tag vor der Geburt, nahm eine Woche später das Training wieder auf und absolvierte später ein anspruchsvolles 17-tägiges Trainingslager in Japan. Weitere Lehrgänge folgten, während sie auf die Standortbestimmung hinarbeitete, die nur ein Turnierwettkampf liefern kann.
Für Agbegnenou ging es bei der Rückkehr in einen Grand Slam um mehr als die Prüfung ihrer körperlichen Form. Sie beschrieb das besondere Adrenalin des Wettkampfs als etwas, das Trainingseinheiten und Testkämpfe nicht reproduzieren können. Ihr Ziel in Lausanne war Gold, doch auch die Bronzemedaille bestätigte, dass ihre Rückkehr nicht nur symbolisch war.
Fünf Monate nach der Geburt stand Agbegnenou wieder auf einem Grand-Slam-Podium.
Der Tag war auch zutiefst persönlich. In den Wochen nach Dakotas Geburt verlor Agbegnenou ihren Vater, sodass Lausanne ihr erster Wettkampf ohne ihn war. Sie erklärte, dass sie sich über den Tag hinweg konzentrieren konnte, die Emotionen jedoch zurückkehrten, als im Kampf um Bronze der Schlussgong ertönte.
Diese Mischung aus Freude und Trauer hat die vergangenen Monate geprägt. Agbegnenou sagte, sie habe ihren Vater während des gesamten Wettkampfs bei sich gespürt und zugleich das Glück erlebt, ihren Sohn willkommen zu heißen. Die Bronzemedaille wurde damit zu einem Zeichen ihrer Widerstandskraft in einer Zeit großer Veränderungen und des Verlusts.
Ihr langfristiges Ziel bleiben die Olympischen Spiele in Los Angeles, auch wenn zunächst die Qualifikation ansteht. Agbegnenou betonte, dass Turniere wie Lausanne auf diesem Weg entscheidend sind. Zuvor stehen im Oktober in Baku die Weltmeisterschaften an, bei denen sie ihren siebten Weltmeistertitel anstreben könnte.
Die Mutterschaft hat auch ihren Blick auf Ergebnisse verändert. Sie sprach darüber, ihrer Tochter Siege und Niederlagen zu erklären, und darüber, wie sie durch das Beobachten ihrer heranwachsenden Kinder selbst weiter wächst. Agbegnenou möchte zudem, dass mehr Athletinnen sich für die Mutterschaft entscheiden können, ohne dass ihre Wettkampfkarrieren zu stark beeinträchtigt werden. Sie fordert mehr Unterstützung, Gleichheit und Chancengerechtigkeit.
Einige Wochen nach den Weltmeisterschaften soll sie als Athlete Role Model zu den Olympischen Jugendspielen nach Dakar reisen. Ob im Wettkampf, bei der Erziehung ihrer Kinder oder im Gespräch mit jüngeren Athletinnen und Athleten: Agbegnenou geht mit der Entschlossenheit weiter voran, die ihre Karriere geprägt hat.
Quelle: IJF.org
Bildquelle: IJF / International Judo Federation