Benoît Campargue: Vom europäischen Topkämpfer zum Architekten des französischen Erfolgs
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Benoît Campargue steht für eine seltene Doppelrolle im französischen Judo: erst Europameister auf der Matte, später Erfolgsgarant an der Coaching-Seite. In einem Land voller starker Judoka gehört er zu den wenigen, die sowohl als Athlet als auch als Trainer eine ganze Ära mitgeprägt haben.
Ein Europameister, der später Champions formte
Seinen sportlichen Höhepunkt erreichte der heute 61-Jährige Anfang der 1990er-Jahre. 1992 krönte er sich zum Europameister und setzte sich an die Spitze seiner Gewichtsklasse auf dem Kontinent. Dieses Gold machte ihn zu einem der prägenden europäischen Judoka seiner Generation. Zwei Jahre später legte er mit EM-Bronze im polnischen Gdansk nach und bestätigte seine Konstanz auf höchstem Niveau.
Die Saison 1994 wurde zu einem echten Karrierejahr. Campargue holte Silber beim prestigeträchtigen Tournoi de Paris, einem der härtesten Turniere im internationalen Kalender. Dazu kamen Turniersiege beim Torneo Città di Roma 1994 und schon zuvor beim Dutch Open in ’s-Hertogenbosch 1991, was seine Stärke auf internationaler Bühne unterstrich.
Auch im Team brachte Campargue Europa ganz nach oben. 1994 war er Teil der französischen Auswahl, die den Welt-Teamtitel gewann und zeigte damit, wie dominant Frankreich damals im Weltjudo auftreten konnte. Mit Racing Club de France holte er zudem den European Club Cup gleich zweimal, 1988 und 1993 – ein weiterer Beweis für den starken europäischen Vereinsjudo.
Nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn wechselte Campargue an die Seite der Matte. Seine Erfahrung und sein taktisches Feingefühl machten ihn zu einem gefragten Coach für die nächste Generation. Den größten Moment als Trainer erlebte er bei den Olympischen Spielen 2012 in London, als er Teddy Riner betreute und den französischen Superstar auf dem Weg zu dessen Olympiagold im Schwergewicht begleitete. So bleibt Campargue bis heute eine der Schlüsselfiguren, die das moderne französische und europäische Judo geprägt haben.
Quelle: JudoInside