Wie Georgiens Frauen das Judo-Bild verändern
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Georgien gehört seit Jahren zu den prägenden Nationen im Judo. Olympiasieger, Weltmeister und Europameister haben dort eine starke Tradition aufgebaut. Jetzt bekommt diese Geschichte eine neue Richtung: Die Frauen rücken immer stärker ins Zentrum.
Eine Schlüsselfigur dieser Entwicklung ist Eteri Liparteliani. Als Welt- und Europameisterin hat sie nicht nur Medaillen gewonnen, sondern dem Frauenjudo in Georgien auch ein sichtbares Gesicht gegeben. Ihr Erfolg steht für einen Wandel, der vor einigen Jahren noch kaum vorstellbar war.
Lange spielte Frauenjudo im Land nur eine Nebenrolle. Das änderte sich 2010, als Giorgi Tenadze die Leitung des Frauenprogramms übernahm. Der Start war schwierig, weil es fast keine gewachsene Basis gab und junge Athletinnen teils aus anderen Sportarten zum Judo kamen.
Die ersten Signale kamen im Nachwuchsbereich. Beim European Olympic Youth Festival 2015 auf heimischem Boden holte Georgien mit Mzia Beboshvili und Eteri Liparteliani gleich zwei Titel. Dieser Moment half offenbar, mehr Mädchen und auch ihre Eltern für den Sport zu gewinnen.
Ein Heimturnier wurde zum echten Startsignal.
Einen weiteren Schub brachte das Mixed-Team-Format. Plötzlich wurde deutlich, wie wichtig starke Frauenklassen für den gemeinsamen Erfolg eines Landes sind. Aus einer Entwicklungsaufgabe wurde damit auch ein sportlicher Schlüssel für Georgiens große Ambitionen auf europäischer und weltweiter Bühne.
2025 zahlte sich diese Arbeit eindrucksvoll aus. Georgien gewann den Mixed-Team-Wettbewerb bei den Europameisterschaften und später erstmals auch bei den Weltmeisterschaften. Dazu wurde Liparteliani die erste Weltmeisterin der georgischen Frauen im Judo, und das Team erhielt von der EJU die Auszeichnung als Best European Mixed Team Award 2025.
Besonders aus europäischer Sicht ist diese Geschichte spannend. Der kontinentale Erfolg war nicht nur ein Zwischenschritt, sondern ein Beweis, dass Georgiens Frauen inzwischen an der Spitze mitkämpfen. Laut Tenadze trainieren heute rund 500 Mädchen Judo im Land.
Aus einer kleinen Auswahl wurde ein europäisches Topprojekt.
Die Basis ist damit deutlich breiter als früher. Für Georgien ist das mehr als ein Trend. Es wirkt wie der Beginn eines neuen Kapitels, in dem Frauenjudo dauerhaft mit den großen Erfolgen der Männer mithalten könnte.
Quelle: EJU_News