Győr schenkt jungen Judoka ein Wochenende zum Kämpfen, Lernen und größeren Träumen
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Das EJU Judo Hopes Tournament in Győr brachte 556 junge Judoka aus 24 Ländern zu einem Wochenende zusammen, das ganz im Zeichen von Wettkampf und Lernen stand. In den Altersklassen U14 und U16 zeigte die Veranstaltung, warum diese Serie im Nachwuchs-Judo so wichtig ist: Sie bietet nicht nur Medaillen, sondern auch direkten Zugang zu Wissen auf höchstem Niveau.
Vom 29. bis 31. Mai herrschte im Olympic Sport Park in Győr durchgehend Betrieb. Auch mehr als 100 Trainerinnen und Trainer waren vor Ort, und das Format ging über ein gewöhnliches Turnier hinaus. Während auf vier Wettkampfflächen Kämpfe ausgetragen wurden, liefen im angrenzenden Dojo gleichzeitig Seminare, die den Bildungsaspekt des Wochenendes weitertrugen.
Gerade dieses Lehrelement verlieh der Veranstaltung besonderes Gewicht. Misato Nakamura aus Japan, zweimalige Olympiamedaillengewinnerin und dreifache Weltmeisterin, reiste vom Kodokan Institute an, um mit Athletinnen, Athleten sowie Trainerinnen und Trainern zu arbeiten. Europa wurde durch Portugals Telma Monteiro vertreten, sechsfache Europameisterin und Olympiamedaillengewinnerin, deren Erfahrung auf höchstem Niveau den Einheiten für die anwesenden jungen Judoka zusätzliche Bedeutung verlieh.
In Győr zählten die Medaillen, doch die Lektionen könnten noch länger nachwirken.
Auch Ungarns U14- und U16-Programm stand am Wochenende im Fokus. Trainer Horváth László erklärte, dass diese Altersgruppen ein anderes Gleichgewicht erfordern: mehr Aufmerksamkeit für die technische Ausbildung und weniger für die taktische Intensität, die die Vorbereitung im Juniorenbereich gewöhnlich prägt. Er leitet das Programm inzwischen gemeinsam mit der Olympia- und Weltbronzegewinnerin sowie zweimaligen Europameisterin Csernoviczki Éva.
Horváth sagte, die Struktur der ungarischen Trainingslager richte sich ebenso nach dem Schulalltag wie nach dem Sport. Dreitägige Trainingslager, die häufig im Tata Olympic Training Centre stattfinden, ermöglichen es den Athletinnen und Athleten, sich weiterzuentwickeln, ohne zu viel Unterricht zu verpassen. Seiner Ansicht nach bietet dieses Format jungen Judoka einen praktischen Weg, schulische Verpflichtungen mit regelmäßigem Fortschritt auf der Tatami zu verbinden.
Er beschrieb auch den technischen Weg, der in den jüngsten Seminaren verfolgt wurde. Die Arbeit begann mit dem Griffkampf, ging dann in Übergänge zum Boden über, bevor die Kinder eine von Csernoviczki Évas bevorzugten Techniken übten, Ko-uchi-gari. Das ist ein klares Beispiel dafür, wie das Programm versucht, starke Grundlagen in einem Alter aufzubauen, in dem saubere Ausführung und das Verständnis von Kombinationen besonders wichtig sind.
Genau deshalb hat das Judo Hopes Tournament einen echten Wert. Horváth wies darauf hin, dass U16-Athletinnen und -Athleten noch nicht für Cadet European Cups startberechtigt sind, sodass Veranstaltungen wie diese ihnen ein hochklassiges Umfeld bieten, das sie sonst nicht hätten. Für jüngere Judoka bedeutet das ernsthafte internationale Erfahrung und die Chance, sich zu testen, während sie sich noch entwickeln.
Für Athletinnen und Athleten der U14 und U16 kann eine solche Bühne das Selbstvertrauen ebenso prägen wie die Ergebnisse.
Als am Sonntagabend die letzten Medaillen vergeben waren, hatte das Gastgeberland viel zu feiern. Ungarn beendete den Medaillenspiegel mit neun Gold-, zehn Silber- und fünfzehn Bronzemedaillen auf Platz eins. Die Ukraine belegte mit sechs Gold-, sechs Silber- und neun Bronzemedaillen Rang zwei, während Kroatien mit fünf Gold-, zwei Silber- und zwei Bronzemedaillen Dritter wurde.
Auch das größere Bild war stark. Zehn Nationen gewannen mindestens eine Goldmedaille, und Athletinnen und Athleten aus sechzehn Ländern standen im Verlauf des Wochenendes auf dem Podium. Diese Breite unterstrich sowohl das Ausmaß als auch die Wettbewerbsstärke der Veranstaltung.
Die Judo-Hopes-Tournament-Serie wird im Juli fortgesetzt. Die nächsten Stationen sind vom 10. bis 12. Juli in Kocaeli, Türkei, und vom 24. bis 26. Juli in Baku, Aserbaidschan, geplant. Nach einem Wochenende wie in Győr haben die nächsten jungen Judoka ein klares Ziel vor Augen.
Quelle: EJU.net
Bildquelle: EJU / European Judo Union