Schwergewichte in Linz: Europas Judostars jagen den großen Moment
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Der letzte Tag des Upper Austria Grand Prix 2026 in Linz gehört den Schwergewichten – und damit den großen Geschichten. Fünf Gewichtsklassen sorgen noch einmal für maximale Spannung, wenn Erfahrung, rohe Kraft und junger Mut aufeinanderprallen. Olympische Medaillengewinner stehen ebenso auf der Matte wie Talente, die in Linz ihren Durchbruch suchen.
Im -90-kg-Feld rücken die georgischen Männer ins Rampenlicht. Tato Grigalashvili wagt den Sprung in die neue Gewichtsklasse und bringt seinen explosiven Stil mit, der in dieser Kategorie sofort für Wirbel sorgen könnte. An seiner Seite tritt Luka Javakhishvili als weiterer Medalanwärter auf. Hinter den Top-Samen aus Brasilien, Rafael Macedo und Marcelo Fronckowiak, lauert mit Maxime-Gael Ngayap Hambou ein europäischer Podiumskandidat: Der französische Olympiadritte von Paris 2024 hat zwar bereits Grand-Slam-Medaillen gesammelt, wartet aber noch auf sein erstes Grand-Prix-Edelmetall.
Europas Mittel- und Schwergewichte wittern in Linz die Chance auf ein Statement.
In der Klasse bis 78 kg führt Emma Reid aus Großbritannien die Setzliste an, doch besonders im Fokus steht die Niederländerin Lieke Derks. Sie ist in Linz bereits mit einer Medaille aufgefallen und will jetzt den ganz großen Schritt auf der World Tour machen. Auch Marie Branser bringt viel Erfahrung mit und könnte in Linz genau den Moment erwischen, der ihr im Rennen um das Olympiaticket für Guinea weiterhilft.
Bei den Männern bis 100 kg richtet sich der Blick erneut stark auf Europa. Anton Savytskiy, frisch mit einem Finaleinzug in Paris im Rücken, startet als Nummer eins der Setzliste. Gefährlich wird es jedoch vor allem durch Ilia Sulamanidze, den georgischen Olympiazweiten von Paris 2024, der in Linz nur ein Ziel kennt: Gold. Zsombor Veg jagt seine dritte Grand-Prix-Medaille, während Showman Jorge Fonseca mit seinem kompromisslosen ippon-Judo jederzeit für Feuerwerk sorgen kann.
In der +78-kg-Klasse meldet sich Raz Hershko nach einer Zwangspause in Tashkent als Topfavoritin zurück. Die Israelin verbindet Routine mit Wucht und hat in ihrer Teamkollegin Yuli Alma Mishiner wohl die härteste Konkurrentin aus den eigenen Reihen. Dahinter scheint vieles offen – ideal für Underdogs, die überraschen wollen.
Im Schwergewicht über 100 kg sorgte bereits ein Paukenschlag für Aufsehen: Guram Tushishvili, einer der größten Namen der Szene, musste gleich zum Auftakt gegen den jungen Ibrahim Tataroglu die Segel streichen. Tushishvillis beeindruckende Karriere mit Olympiasilber, WM-Titel und zahlreichen Grand-Slam- und Grand-Prix-Siegen unterstreicht, wie stark dieser Sieg des Türken einzuordnen ist. Tataroglu war 2023 Kadetten-Weltmeister in Zagreb, gehörte in Paris 2024 zu den jüngsten Olympia-Startern und holte 2024 Junioren-WM-Bronze in Dushanbe – jetzt scheint er auch bei den Senioren bereit, ganz vorne mitzumischen. Dahinter hoffen mit Ushangi Kokauri, Jur Spijkers und Martti Puumalainen weitere europäische Schwergewichte darauf, die Hierarchie in einer einzigen Aktion auf den Kopf zu stellen.
Ein einziger ippon kann in Linz Karrieren beschleunigen oder Träume platzen lassen.
Quelle: JudoInside