How Europe’s kata scene reached a new level in Sarajevo - Image: EJU / European Judo Union

Wie Europas Kata-Szene in Sarajevo ein neues Niveau erreicht hat

Sarajevo ist an diesem Wochenende Gastgeber von mehr als nur einer Meisterschaft. Die Kata-Europameisterschaften im Judo 2026, die am 16. und 17. Mai in der bosnischen Hauptstadt stattfinden, sind zu einem klaren Zeichen dafür geworden, dass Kata in Europa in eine neue Phase eintritt.

Das deutlichste Signal ist der Umfang. Die diesjährige Veranstaltung verzeichnet 452 Teilnehmende aus 28 Nationen – die höchste Beteiligung in der Geschichte dieser Meisterschaften. In einer Disziplin, die auf Präzision, Wiederholung und tiefem Verständnis beruht, geschieht ein solcher Sprung nicht zufällig.

Dieser Aufschwung baut sich seit mehreren Jahren auf. 2023 begrüßten die Meisterschaften 298 Teilnehmende aus 21 Ländern, 2024 dann 330 Athletinnen und Athleten aus 23 Nationen, gefolgt von 360 Wettkämpfenden im Jahr 2025. Nun hat Sarajevo diese Zahlen noch weiter nach oben getrieben und zeigt damit sowohl eine stärkere Nachfrage als auch eine breitere Zahl von Ländern, die in Kata investieren.

Die Zahlen in Sarajevo zeigen, dass Kata nicht länger im Stillen wächst.

Laut EJU-Vizepräsidentin für Bildung Kristiina Pekkola beruht dieser Schwung auf kontinuierlicher Arbeit auf dem ganzen Kontinent. Sie verwies auf die Bemühungen der EJU-Kata-Kommission, deren Mitglieder seit Jahren Seminare und Kata-Festivals in verschiedenen Teilen Europas organisieren.

Diese Festivals, insbesondere für Kadetten und Junioren, wurden geschaffen, um jungen Judoka einen Ort zu geben, an dem sie Kata lernen und erleben können, ohne den unmittelbaren Druck des Wettkampfs. Das ist wichtig. Es hilft den nationalen Verbänden beim Aufbau von Jugendstrukturen, führt Kata früher ein und schafft einen Weg, der über eine einzelne Veranstaltung oder eine einzelne Altersklasse hinaus Bestand haben kann.

Seminare wurden auch in Länder gebracht, in denen die Kata-Aktivität zuvor begrenzt war. Pekkola beschrieb dies als strategische Arbeit: Es werden Bereiche identifiziert, in denen Entwicklung noch fehlt, und dorthin werden Ausbildende entsandt. Ihrer Ansicht nach braucht Wachstum Richtung, Ziele und Geduld.

Riga war eines der Beispiele, die sie nannte. Gemeinsam mit Monica Piredda und Slavisa Brada arbeitete sie dort im Vorfeld der Europameisterschaften 2025 mit Kadetten, Junioren und Senioren. Was vielleicht mit nur einem teilnehmenden Paar begann, entwickelte sich nach und nach zu breiterem Interesse, auch bei Kindern und jungen Athletinnen und Athleten.

Dieselbe breitere Veränderung ist nun in ganz Europa zu sehen. Pekkola hob Aserbaidschan als eines der Länder hervor, das Kata zunehmend annimmt, auch durch nationale Meisterschaften. Ihre Botschaft war einfach und wirkungsvoll: Kata ist nicht von den Grundlagen des Judo getrennt, sondern Teil seiner grundlegenden Sprache.

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum dieses Wachstum bedeutsam wirkt. Kata bleibt einer der inklusivsten Bereiche des EJU-Programms. Pekkola betonte, dass Adapted Judo und das reguläre Judo voneinander lernen und dass dieser Teil des Sports Werte widerspiegelt, die über Medaillen und Ranglisten hinausgehen.

Das Wachstum im Kata wird von Bildung, Jugendarbeit und Inklusion getragen.

Die Expansion zeigt sich nicht nur bei den Athletinnen und Athleten. Auch auf der Seite der Offiziellen steigt die Nachfrage. Die Meisterschaften 2026 markieren das zweite Jahr in Folge, in dem die EJU-Kata-Kommission die 20 besten Wertungsrichterinnen und Wertungsrichter Europas für die Nominierung ausgewählt hat, was der Veranstaltung eine weitere Wettbewerbsebene hinzufügt und die Standards rund um das Event anhebt.

Pekkola räumte ein, dass ihr nächster Traum noch größer ist: eine künftige Ausgabe, für die drei Wettkampftage und vier Tatami benötigt werden. Schon jetzt fühlt sich Sarajevo jedoch wie der Beweis an, dass der langfristige Plan funktioniert.

Für eine Disziplin, die manchmal als ruhig oder traditionell wahrgenommen wird, ist dieser Moment alles andere als klein. Europas Kata-Gemeinschaft ist stärker, breiter und sichtbarer geworden, und in Sarajevo ist dieser Fortschritt nicht zu übersehen.

Quelle: EJU.net

Bildquelle: EJU / European Judo Union

Zurück zum Blog