Isabel Fernández Lives Cadet Euros from the Other Side of the Tatami - Image: EJU / European Judo Union

Isabel Fernández erlebt die Kadetten-EM von der anderen Seite der Tatami

Bei den Millennium Team Kadetten-Europameisterschaften im Judo Gran Canaria 2026 richtete sich der Blick nicht nur auf die jungen Athletinnen und Athleten, die auf die Tatami traten. Um sie herum standen Trainer, Teamkollegen und Eltern, die alle ihren eigenen Anteil an der Anspannung trugen, während sich Europas größtes Kadetten-Event entfaltete.

Eine der eindrucksvollsten Geschichten kam aus Spanien, wo Isabel Fernández die Meisterschaften in einer Rolle erlebte, die sich deutlich von jener unterschied, mit der sie im Judo berühmt wurde. Die Olympiasiegerin von Sydney 2000, viermalige Olympiateilnehmerin und eine der bekanntesten Judoka Spaniens war als Mutter vor Ort und sah zu, wie ihre Tochter Sara kämpfte.

Für viele Eltern bringt schon eine Europameisterschaft genug Nervosität mit sich. Für jemanden, der selbst auf diesem Niveau gestanden hat, können die Gefühle noch intensiver sein. Fernández weiß genau, was eine junge Athletin oder ein junger Athlet vor Hajime empfindet, und dieses Wissen machte das Warten nicht leichter.

Sie gab zu, dass es schwerer sein kann, die eigene Tochter vom Rand der Tatami aus zu begleiten, als selbst zu kämpfen. Trotz all ihrer eigenen Erfahrung brachte die Rolle als Mutter eine andere Art von Druck mit sich. Gleichzeitig klang sie mit Blick auf Saras Vorbereitung auch ruhig und sagte, dass sie hier entspannter sei als bei den spanischen Meisterschaften, weil sie wisse, dass die Arbeit getan worden sei.

Selbst olympische Erfahrung macht das Warten als Elternteil nicht leicht.

Sara begann ihr Turnier gut und besiegte ihre portugiesische Gegnerin im Auftaktkampf. Im zweiten Kampf endete ihr Lauf dann, wobei Fernández fand, dass sie sich vom taktischen Plan entfernt hatte.

In dieser Reaktion lag keine dramatische Bewertung, sondern vor allem Perspektive. Sara ist erst sechzehn, und Fernández sah die Fehler als Teil des Prozesses und nicht als etwas, vor dem man Angst haben müsse. Genau deshalb sind Veranstaltungen wie die Kadetten-Europameisterschaften aus ihrer Sicht so wichtig.

Hier wird die Geschichte größer als ein einzelnes Resultat. Im Kadetten-Judo geht es darum, zu lernen, mit der Bühne, dem Druck und den kleinen Entscheidungen umzugehen, die einen Kampf verändern können. Ein erster Sieg auf einer großen europäischen Tatami und ein schwieriger zweiter Kampf können beide Teil derselben Entwicklung sein.

Die Aussagen von Fernández zeigten die Geduld, die aus einem Leben im Judo auf höchstem Niveau entsteht. Nach Jahrzehnten an der Spitze des Sports versteht sie, dass sich Fortschritt nicht erzwingen lässt. Junge Judoka wachsen durch Wettkämpfe, durch Fehler und durch die Erfahrung, stärker zurückzukehren.

In Gran Canaria wirkte diese Botschaft besonders greifbar. Hinter jeder Kadetten-Athletin und jedem Kadetten-Athleten steht ein Umfeld, das jede Sekunde miterlebt. Manchmal kommt diese Unterstützung von Eltern, die Spitzen-Judo aus eigener Erfahrung kennen und nun eine neue Herausforderung annehmen müssen: der nächsten Generation ihren eigenen Weg zu lassen.

Für Sara war das Ergebnis nur ein Teil der Lektion.

Quelle: EJU.net

Bildquelle: EJU / European Judo Union

Quelle: EJU.net

Bildquelle: EJU / European Judo Union

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