Italiens Kata-Welle rollt durch Sarajevo, während sich Europas Podien füllen
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Italien beendete die Kata-Europameisterschaften im Judo Sarajevo 2026 in souveräner Manier und belegte mit insgesamt 15 Medaillen den ersten Platz im Gesamtmedaillenspiegel: achtmal Gold, zweimal Silber und fünfmal Bronze. Das war ein starkes Ausrufezeichen in den Wettbewerben der Kadetten, Junioren und Senioren, in denen italienische Paare in den entscheidenden Momenten immer wieder präsent waren.
Die Niederlande folgten auf Rang zwei mit fünf Gold-, zwei Silber- und vier Bronzemedaillen, während Deutschland mit drei Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen Dritter wurde. Insgesamt reisten 15 Nationen aus Sarajevo mit mindestens einer Medaille ab, was unterstreicht, wie breit sich das Niveau im Kata in Europa entwickelt.
Italien fand immer wieder einen Weg aufs Podium.
Einer der dramatischsten Wettbewerbe fand im Nage-no-Kata der Kadetten statt. Italiens Elia Domenichini und Daniele Gabbriellini beendeten den Wettkampf punktgleich mit Frankreichs Stella Pellegrino und Loane Pellegrino, beide mit 247 Punkten. Da der Gleichstand anhand technischer Details und der Art der Fehler entschieden wurde, ging Gold an das italienische Paar, während ihre Teamkollegen Francesco Cosentino und Andrea Giannettoni mit 245 Punkten Bronze hinzufügten.
Diese Kategorie traf den Ton von Italiens Veranstaltung genau: Tiefe, Präzision und sichtbare Emotionen. Die Goldmedaillengewinner verbesserten sich gegenüber Silber im vergangenen Jahr, während die Bronzemedaillengewinner einen großen Sprung machten, nachdem sie in der vorherigen Ausgabe noch in der Vorrunde ausgeschieden waren.
Katame-no-Kata der Kadetten unterbrach den italienischen Lauf kurzzeitig. Russlands Daniil Timoshenko und Aleksei Antonov gewannen Gold mit 364,5 Punkten nach einer souveränen Darbietung und lagen damit vor Italiens Irene Laurini und Eva Carbini Diotallevi mit 363 Punkten, während Italiens Ryan Leonardo Anzalone und Enrico Bertrand mit 362 Punkten Bronze holten. Die Abstände waren minimal, doch das Podium zeigte erneut Italiens Konstanz.
Im Ju-no-Kata der Kadetten holten Martina Padalino und Ania De Palma mit 380,5 Punkten einen weiteren italienischen Titel. Polens Anna Zwajkowska und Alicja Zenni gewannen Silber mit 371 Punkten, und Italien kehrte durch Michelangelo Lolli und Alessia Italia mit 369 Punkten für Bronze zurück.
Die Juniorenklassen brachten mehr Vielfalt, doch Italien blieb im Zentrum der Geschichte. Spanien kontrollierte das Nage-no-Kata der Junioren durch Diego Hurtado Martin und Javier Miguélez de Salas, während Deutschlands Jette Buchholz und Laurenz Degener Silber gewannen und Spanien durch Eva Manzano Cisneros und Andrea Limón Tamargo noch Bronze hinzufügte.
Slowenien zeigte dann im Katame-no-Kata der Junioren eine der herausragenden Leistungen der Veranstaltung. Kara und Keno Kojc holten Gold mit 387,5 Punkten vor Italiens Giada Casetta und Francesco Piva auf Silber, während die Niederländer Tristan Donga und Stan van der Meer das Podium komplettierten.
Die Juniorenkategorien zeigten, wie tief Europas Kata inzwischen geworden ist.
Italien schlug im Ju-no-Kata der Junioren erneut mit Gold zu, als Giulia Bezzi und Sara Orlando mit 380 Punkten gewannen. Spaniens Alvaro Sanchez Resino und Sara Fernandez Martinez lagen für Silber nur einen Punkt dahinter, und das tschechische Paar Barbora Selesovska und Brigita Biolkova sicherte sich Bronze mit nur einem weiteren Punkt Rückstand.
In den noch ausstehenden Seniorenwettbewerben am zweiten Tag verteidigte Deutschland seinen Platz im Itsutsu-no-Kata. Soenke Schillig und Johannes Christoph Kroeger verteidigten ihren Titel, während Deutschland durch Ursula Loosen und Wolfgang Dax Romswinkel auch Silber gewann. Portugals Pedro Gonçalves und Jorge Fernandes sicherten sich Bronze.
Italien hob sich seinen letzten Höhepunkt für das Koshiki-no-Kata auf. Enrico Tommasi und Mauro Collini gewannen Gold mit 507,5 Punkten vor Deutschlands Ursula Loosen und Wolfgang Dax Romswinkel sowie den Niederländern Peter Goossens und Jelle van Roosendaal. Für Tommasi war dieser Sieg nach 17 Jahren im Kata besonders bedeutsam, da er ihm seine erste Goldmedaille bei einer Europameisterschaft brachte.
Dieses Ende sagte alles über Sarajevo 2026 aus: Italien führte den Medaillenspiegel an, doch das Gesamtbild war ein kontinentales, mit starken Leistungen aus ganz Europa und einem Wochenende voller knapper Wertungen, technischer Details und großer emotionaler Momente.
Quelle: EJU.net
Bildquelle: EJU / European Judo Union