84 Jahre Klaus Glahn: Der Westdeutsche, der Europas Schwergewicht prägte

Klaus Glahn gehört zu jener Generation, die Judo überhaupt erst auf die olympische Bühne gebracht hat. Zu seinem 84. Geburtstag rückt ein Name in den Fokus, der im deutschen Schwergewicht für eine ganze Ära steht. Wer heute über die Wurzeln des Sports spricht, kommt an Glahn kaum vorbei.

1964, bei der allerersten olympischen Judo-Premiere in Tokio, ging Glahn für Westdeutschland an den Start. Inmitten der Pioniere holte er Bronze und setzte damit ein frühes Ausrufezeichen für Europa in der höchsten Gewichtsklasse. Es war der Moment, in dem er sich als einer der stärksten europäischen Heavyweights etablierte.

Noch beeindruckender wurde seine Karriere durch ihre Länge. Acht Jahre später, 1972 in München, kämpfte er sich vor heimischem Publikum bis ins Finale. Am Ende blieb Silber – doch allein der Sprung in zwei olympische Endrunden in so unterschiedlichen Phasen des Sports zeigt, wie außergewöhnlich konstant Glahn war.

Zwei olympische Medaillen mit acht Jahren Abstand – das schaffen nur wenige.

Zu den prägenden Kapiteln gehört seine Rivalität mit dem niederländischen Star Wim Ruska. Glahn traf Ruska mehrfach, unter anderem bei der WM 1971 in Ludwigshafen und zweimal bei den Olympischen Spielen 1972. Ruska blieb dabei der härteste Gegner, aber genau diese Duelle unterstrichen Glahns Platz in der Weltspitze.

Abseits der Spiele sammelte Glahn sechs WM-Medaillen und dominierte auch auf europäischer Ebene. Drei EM-Titel (1963, 1968, 1970) machten ihn über Jahre zum Maßstab im Schwergewicht. Nach seiner aktiven Zeit blieb er dem Judo eng verbunden; 2019 erhielt er dafür den 9. Dan, überreicht von IJF-Präsident Marius Vizer bei den Weltmeisterschaften.

Glahn steht für das Fundament, auf dem deutsches Schwergewichts-Judo gebaut wurde.

Quelle: JudoInside

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