Belgische Judo-Ikonen erleben Kortrijk neu: mehr Nähe, weniger Druck
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In Kortrijk standen zwei Namen am Mattenrand, die Belgien einst auf der Weltbühne geprägt haben: Gella Vandecaveye und Ulla Werbrouck. Beim Triglav Insurance Get Together Tournament Kortrijk 2026 waren sie nicht als Kämpferinnen da, sondern als Teil des Moments. Die beiden olympischen Aushängeschilder tauchten in die erste Station der Adapted Judo Tour auf belgischem Boden ein und machten genau das, was die Atmosphäre verlangte: mitgehen, mitlachen, verbinden.
In Kortrijk ging es nicht um Medaillen, sondern um Zugehörigkeit.
Für Werbrouck, Olympiasiegerin von Atlanta, fühlte sich dieser Tag wie ein Perspektivwechsel an. Sie lobte die Organisation und vor allem die Stimmung: gute Vibes, zufriedene Trainerinnen und Trainer, fröhliche Athletinnen und Athleten. Besonders hängen blieb ihr, dass selbst nach Niederlagen weiter gelacht wurde. Für jemanden, der aus einer Ära kommt, in der alles auf „win, win, win“ ausgerichtet war, war das ungewohnt – und gleichzeitig „warm“, ein Wort, zu dem sie immer wieder zurückkehrte.
Die frühere Top-Judoka erzählte auch, wie weit ihr Alltag heute vom Wettkampfjudo entfernt ist. Familie und Fussball bestimmen die Wochenenden, denn sie unterstützt ihre drei Söhne. Trotzdem ist die Verbindung zum Judo nicht weg: Wenn sie wieder 15 wäre, würde sie alles sofort noch einmal machen.
Vandecaveye, zweifache Olympiamedaillengewinnerin, brachte eine klare Botschaft mit: Sport ist ein Grundrecht – für Junge und Ältere, für Menschen mit Behinderung. Ihr Kernpunkt war deutlich: Isolation durchbrechen, Teilhabe ermöglichen, Freundschaften und Persönlichkeit wachsen lassen.
Vandecaveye: Menschen mit Behinderung gehören nicht an den Rand, sondern mitten hinein.
In Kortrijk beeindruckte sie zudem die Professionalität der europäischen Initiative, die sie nicht als Selbstverständlichkeit sieht. Und man merkte ihr den Stolz an: ihre Stadt, ihr Sport, ihr Grund, da zu sein.
Quelle: EJU_News