The LA2028 race is about to start, and Europe’s young judoka are stepping in - Image: EJU / European Judo Union

Das Rennen um LA2028 beginnt – Europas junge Judoka steigen ein

Die olympische Qualifikation für LA2028 steht unmittelbar bevor, und die Judo-Welt wechselt von der Vorbereitung in die Realität. Die ersten Weltranglistenpunkte werden beim Grand Slam von Ulaanbaatar in der Mongolei vom 19. bis 21. Juni vergeben, kurz nachdem ein intensives olympisches Trainingslager in Benidorm führende Athletinnen und Athleten aus Europa und darüber hinaus zusammengebracht hat.

Dieser Wechsel verändert alles. Was im Kalender noch weit entfernt wirkt, wird mit dem Beginn des Qualifikationszyklus plötzlich unmittelbar. Im Judo kann ein einziges Turnier Dynamik, Selbstvertrauen und Chancen verändern.

Für manche Athletinnen und Athleten ist dieser Weg bereits vertraut. Für andere ist es der Beginn eines völlig neuen Kapitels, mit all dem Druck und der Hoffnung, die die Jagd nach einem olympischen Startplatz mit sich bringt.

Zu den europäischen Namen, die erstmals in diese Kampagne starten, gehört Mihajlo Simin aus Serbien. Seine Bronzemedaille bei den diesjährigen Senioren-Europameisterschaften in Tiflis war ein großer Durchbruch und gab ihm ein neues Maß an Selbstvertrauen.

Nach diesem Ergebnis sagte Simin, dass er nicht länger daran zweifle, ob er auf dieses Niveau gehöre. Stattdessen habe er das Gefühl, mit denselben Gegnern kämpfen zu können, und habe eine WM-Medaille als Ziel ausgegeben. Unterstützung hat er zudem ganz in der Nähe durch seine Partnerin, die zweimalige Olympiateilnehmerin Marica Perišić, deren Erfahrung auf dem langen Weg nach vorn wertvolle Orientierung bietet.

Für Debütanten kann Überzeugung genauso wichtig sein wie Weltranglistenpunkte.

April Fohouo aus der Schweiz befindet sich in einem ähnlichen Moment. Auch sie gewann Bronze bei den Senioren-Europameisterschaften 2026 und bereitet sich mit Vorfreude und einem klaren Bewusstsein dafür, was es verlangt, auf ihren ersten olympischen Qualifikationszyklus vor.

Fohouo bezeichnete die Olympischen Spiele als das größte Ziel in der Karriere einer Athletin und sagte, sie sei stolz, Teil dieses Weges zu sein. Sie habe mit ihrer Teamkollegin Binta Ndiaye gesprochen, die diesen Prozess bereits erlebt hat, und diese Perspektive scheint wichtig zu sein. Auf die Frage nach Entbehrungen fiel ihre Antwort schlicht aus: Der bisher größte Preis sei ihr Sozialleben gewesen, aber für sie lohne es sich.

Diese Ehrlichkeit trifft eine zentrale Wahrheit der olympischen Qualifikation. Sie entsteht nicht nur durch Medaillen oder herausragende Leistungen. Sie wird auch von Routine, Disziplin und den stillen Entscheidungen geprägt, die Athletinnen und Athleten jeden Tag treffen.

Nur wenige verstehen das besser als Frankreichs Romane Dicko. Die zweifache Olympiamedaillengewinnerin weiß, dass Qualifikation nicht in einem einzigen Wettkampf gewonnen wird. Sie verlangt Konstanz, Geduld und die Fähigkeit, über einen langen Zeitraum mit Stress umzugehen.

Ihre Botschaft an jüngere Judoka ist direkt: Seid mutig, rechnet mit harten Momenten und macht auch nach Niederlagen weiter. Dicko bot zudem eine wichtige Perspektive auf das Wort „Opfer“. Für sie handelt es sich nicht um von außen auferlegte Opfer, sondern um schwierige Entscheidungen auf dem Weg zu einem Ziel.

Qualifikation ist kein einziger großer Moment. Es sind Monate, in denen man immer wieder da sein muss.

Zum weiteren Feld gehören erfahrene Namen wie Olympiasieger Yeldos Smetov und Weltmeister Inal Tasoev, die beide dieselben Grundlagen betonen: Disziplin, mentale Stärke und ständige Arbeit. Ihre Worte unterstreichen die Stimmung rund um diese nächste Phase des Judo-Kalenders.

Nun bekommt der Countdown eine sportliche Schärfe. Der Weg nach Los Angeles wird über Wochenenden unter Druck, Weltranglistenpunkte und wiederholte Prüfungen unter internationaler Intensität entschieden. Manche Judoka jagen ihrer ersten Olympiateilnahme nach. Andere wollen einem Karriereweg, der bereits Erfolge auf höchstem Niveau gebracht hat, ein weiteres Kapitel hinzufügen.

Für Europas aufstrebende Anwärterinnen und Anwärter ist der erste Schritt nun endlich da. Das Warten ist fast vorbei, und der Qualifikationskampf steht bereit zu beginnen.

Quelle: EJU.net

Bildquelle: EJU / European Judo Union

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