Lausanne’s Shared Stage Marks a New Moment for Adapted Judo - Image: IJF / International Judo Federation

Lausannes gemeinsame Bühne markiert einen neuen Moment für adaptives Judo

Der Ecole Mont-Olivet Lausanne Adapted Judo Grand Slam 2026 brachte adaptives Judo in der Schweiz auf dieselbe Tatami wie die World Judo Tour. Parallel zum Ecole Mont-Olivet Lausanne Grand Slam 2026 bot er Athletinnen und Athleten einen Platz in einem internationalen Umfeld, das sich wie die größten Anlässe des Sports anfühlte und aussah.

Lausanne schrieb als Gastgeber des ersten Grand Slam der Schweiz bereits Geschichte. Am Eröffnungstag rückte die Veranstaltung jedoch auch einen weiteren Schritt für die Inklusion in den Fokus: Athletinnen und Athleten im adaptiven Judo kämpften in derselben Arena und teilten die Atmosphäre, den Druck und den Stolz dieses Anlasses.

Kerry Tansey, Mitglied der IJF Inclusion Commission, erklärte, dass adaptives Judo für Athletinnen und Athleten mit jeder Art von Behinderung konzipiert ist. Der Wettbewerb in Lausanne konzentrierte sich auf die Stufen eins und zwei eines Systems mit fünf Stufen, darunter Judoka mit geistigen Behinderungen, Autismus, Beeinträchtigungen der Gliedmaßen oder Zerebralparese.

In Stufe eins trainieren die Athletinnen und Athleten in der Regel vollständig integriert in regulären Judovereinen. In Stufe zwei benötigen sie möglicherweise mehr Zeit, um Informationen zu verarbeiten und auf Situationen zu reagieren. Das System basiert auf einer passenden Einteilung, die Judoka Gegnerinnen und Gegnern mit geeigneten Profilen und Bedürfnissen zuordnet und so dazu beiträgt, dass der Wettkampf sicher, selbstbewusst und sinnvoll bleibt.

Das Ziel ist nicht weniger Ehrgeiz, sondern die richtigen Bedingungen, damit jeder Judoka kämpfen kann.

Der Rahmen folgt auf jahrelange Arbeit der Europäischen Judo-Union und nationaler Verbände. Inklusionsprogramme entwickelten sich bereits in verschiedenen Ländern, doch Ansätze, Terminologie und Regeln konnten unterschiedlich sein. Laut Tansey hat eine stärkere Zusammenarbeit dazu beigetragen, diese Arbeit zu harmonisieren und die Sicherheit der Athletinnen und Athleten zu verbessern.

Für die Stufen eins und zwei bleiben die Regeln weitgehend nahe am regulären Judo. Es gibt keine Fallbewegungen, kein Sutemi-waza und keine Armhebel, da einige Athletinnen und Athleten ein vermindertes Empfinden haben und einem höheren Verletzungsrisiko ausgesetzt sein können. Je nach Behinderung einer Athletin oder eines Athleten können in den höheren Stufen weitere Anpassungen eingeführt werden.

Auf der Tatami bleibt der Kern des Sports jedoch vertraut. Die Athletinnen und Athleten wollen Leistung zeigen, schönes Judo präsentieren und ihren Judogi mit Stolz für sich selbst, ihre Vereine und ihre Länder tragen. Das adaptive Format soll nicht verändern, was Judo bedeutet; es soll sicherstellen, dass mehr Menschen es unter geeigneten Bedingungen erleben können.

Tansey betonte zudem, wie wichtig es ist, Behinderungen anzuerkennen, die nicht sofort sichtbar sind. Die internationale Struktur bietet nun Wege für Athletinnen und Athleten, die zuvor möglicherweise Schwierigkeiten hatten, ihren richtigen Platz im Sport zu finden.

In Lausanne war Inklusion nicht als Nebenveranstaltung sichtbar, sondern als Teil desselben Judo-Anlasses.

Die Woche war zudem von einem starken Gemeinschaftsgefühl geprägt. Tansey beschrieb die Gruppe als Familie: Die Athletinnen und Athleten verbrachten auch abseits des Wettkampfs Zeit miteinander und gewannen durch die Veranstaltung Selbstvertrauen und Anerkennung. Gemeinsam mit Marina Draskovic, die wichtige Abläufe hinter den Kulissen unterstützt, sieht Tansey Lausanne als Plattform für mehr Bildung, Zusammenarbeit und Chancen im adaptiven Judo.

Für die Athletinnen und Athleten, die diese Tatami betraten, war die Botschaft direkt: Das war Judo, geteilt auf derselben Bühne.

Quelle: IJF.org

Bildquelle: IJF / International Judo Federation

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