Nemanja Majdovs harter Weg vom Verzicht zu einer größeren Vision für den Judo
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Nemanja Majdov steht durch eine neue Folge von JudoPod wieder im Rampenlicht, und der serbische Weltmeister spricht offen darüber, was sein Leben im Judo geprägt hat. Seine Geschichte basiert nicht auf leichten Siegen oder einem geradlinigen Aufstieg, sondern auf Schmerz, Verzicht und einer Haltung, die sich nicht beugt.
Majdov, Serbiens erster Judo-Weltmeister, beschreibt „gebrochen“ zu sein als etwas völlig anderes als Niederlage. Für ihn ist es ein Zeichen all dessen, was er durchgestanden hat, um an der Spitze zu bleiben. Diese Idee zieht sich durch das ganze Gespräch, von seinen frühen Jahren auf Reisen mit seinem Vater bis zu den Verletzungen, die ihn immer wieder auf die Probe stellten.
Als Teenager reiste Majdov mit seinem Vater, der ihn auch trainierte, durch ganz Europa, um mit sehr begrenztem Budget Wettkämpfe zu erreichen. Oft schliefen sie im Auto. Diese Erfahrungen haben ihn tief geprägt, und er sagt, dass die Opfer seiner Eltern die Mentalität geschaffen haben, die ihn bis heute antreibt.
Diese Mentalität wurde im Finale der Europameisterschaft gegen Luka Maisuradze aus Georgien bis an die Grenze belastet. Im Golden Score riss sich Majdov das mediale Kollateralband. Es war bereits sein vierter MCL-Riss, zusätzlich zu mehreren ACL-Verletzungen und Knieoperationen. Er gab zu, dass er nach der Niederlage in einem Kampf, von dem er glaubte, ihn gewinnen zu müssen, allein in seinem Hotelzimmer weinte.
Für Majdov wurde Schmerz zu einem Teil des Preises auf dem Weg an die Spitze.
Trotzdem stellt er diese Momente nicht als Gründe dar, aufzuhören. Stattdessen wurden sie Teil seines persönlichen Mottos: „Ich bin gebrochen.“ Aus seiner Sicht steht dieser Satz für Widerstandskraft, nicht für Aufgabe. Es ist eine harte Formulierung, aber sie passt zu einer Karriere, die ihn immer wieder gezwungen hat, nach körperlichen und emotionalen Rückschlägen zurückzukommen.
Der Podcast blickt auch auf den Lauf zurück, der seine Karriere 2017 veränderte. Vor den Weltmeisterschaften in Budapest sagte Majdov öffentlich, dass er Weltmeister werden würde. Er zählte die Wochen in den sozialen Medien sogar herunter. Als er diese Vorhersage dann tatsächlich wahr machte, wurde seine Reaktion für viele Judo-Fans unvergesslich: Er sagte, dass er nicht überrascht sei.
Es gibt auch einen leichteren Moment, der viel über die Judokultur aussagt. Vor dem Duell mit seinem engen Freund Lasha Bekauri wurde Majdov auf ungewöhnliche Weise um Hilfe gebeten: Bekauri musste Majdovs Judogi-Hose ausleihen, weil seine eigene gerissen war. Majdov stimmte sofort zu. Die Geschichte zeigt etwas Seltenes im Spitzensport, in dem trotz harter Rivalität noch gegenseitiger Respekt bestehen kann.
Abseits des Wettkampfs spricht Majdov mit genauso viel Energie über die Zukunft des Judo. Er glaubt, dass der Sport auf mehr Sichtbarkeit, stärkere Vermarktung und besseres Athleten-Branding setzen sollte. Zu seinen Ideen gehören Finals zur besten Sendezeit, Events im Fight-Night-Stil und die Ermutigung von Judoka, ihre öffentliche Identität aktiver aufzubauen.
Mit der Majdov Academy versucht er bereits, sich in diese Richtung zu bewegen. Dort arbeiten Weltmeister mit jungen Athletinnen und Athleten im gesamten Balkanraum. Das Projekt passt zu seiner breiteren Überzeugung, dass Spitzen-Judoka wegen ihrer Leistungen auf der Matte wie Helden behandelt werden sollten.
Heute ist Majdov Vater von zwei Kindern und sagt, dass seine größte Sorge nicht mehr nur ihm selbst gilt. Er fragt sich, ob seine Kinder mit demselben Hunger aufwachsen werden, der ihn vom Schlafen im Auto bis zum Weltmeistertitel getragen hat.
Seine Geschichte handelt ebenso sehr von Comeback-Mentalität wie von Medaillen.
Diese JudoPod-Folge zeigt Majdov als mehr als nur einen Titelträger. Sie zeigt einen Athleten, der noch immer vom Kampf geprägt ist, noch immer stolz auf die Bedeutung seiner Narben ist und Judo noch immer dazu drängen will, größer zu denken.
Quelle: IJF.org
Bildquelle: IJF / International Judo Federation
Quelle: IJF.org
Bildquelle: IJF / International Judo Federation