Four women in white and blue judogi pose beside a Next Gen Girls Judo Camp banner on blue and yellow tatami mats.

Next Gen bringt junge Judoka aus Europa in Malmö zusammen

Zum ersten internationalen Mädchen-Camp des Next-Gen-Projekts kamen rund 70 junge Judoka nach Malmö in Schweden. Teilnehmerinnen aus Schweden, Norwegen, Finnland, Dänemark, Litauen, Montenegro und den Färöer-Inseln verbrachten ein Wochenende mit Judo, persönlicher Entwicklung und Austausch.

Vor zwei Jahren hatte das Projekt mit etwas mehr als 20 Mädchen begonnen. Inzwischen ist daraus eine internationale Gemeinschaft geworden, die die nächste Generation weiblicher Judoka auf und neben der Tatami unterstützen soll.

Für die Organisatoren war anspruchsvolles Training nur ein Teil des Konzepts. Das Camp sollte den Mädchen auch Raum geben, sich persönlich weiterzuentwickeln, sich auf ihre Zukunft vorzubereiten und Athletinnen kennenzulernen, die die Anforderungen ihres Sports aus eigener Erfahrung kennen.

Denn in vielen Vereinen finden junge Judoka nicht immer regelmäßig Trainingspartnerinnen mit ähnlichem Alter und Leistungsniveau. Das gemeinsame Training mit Mädchen aus anderen Ländern bot den Teilnehmerinnen die Möglichkeit, sich zu erproben, Erfahrungen zu sammeln und Freundschaften außerhalb ihrer Heimatvereine zu schließen.

Zum Programm gehörte zudem die langfristige Entwicklung der Athletinnen. Mentaltraining, Ernährung, Regeneration und ein gesundes Gleichgewicht zwischen Sport und Alltag standen ebenfalls im Mittelpunkt.

Im Mittelpunkt des Wochenendes stand die Entwicklung auf und neben der Tatami.

Ein besonderer Höhepunkt war der Besuch von Andreja Leški. Die Olympiasiegerin von Paris 2024 aus Slowenien war als Gasttrainerin in Malmö, vermittelte ihr Wissen im Training und beantwortete anschließend in lockerer Runde Fragen der Teilnehmerinnen.

Nach einem Tag auf der Tatami kam die Gruppe bei Pizza mit der Olympiasiegerin ins Gespräch über die Realität des Spitzensports. Themen waren Wettkampfnervosität, Druck, Körperbild, soziale Medien, Gewichtsmanagement und die Herausforderungen des Aufwachsens in einem leistungsorientierten Umfeld.

Für viele Mädchen war es eine seltene Gelegenheit, offen mit einer Athletin zu sprechen, die auf dem Weg zu einem olympischen Podestplatz selbst mit solchen Belastungen umgegangen ist. Organisatorin Gretha Östlind betonte, wie leicht sich junge Menschen über soziale Medien mit anderen vergleichen – im Sport, beim Aussehen und im Alltag.

Östlind ist überzeugt, dass Ratschläge anders wirken können, wenn sie von einem Vorbild kommen, das die Athletinnen bewundern und mit dem sie sich identifizieren können. Leškis Offenheit sollte den Teilnehmerinnen zeigen, dass Unsicherheit und Rückschläge auch für die erfolgreichsten Judoka normal sind.

Das Camp in Malmö war für Next Gen ein weiterer Schritt: In einem größeren internationalen Rahmen konnten die Mädchen trainieren, lernen und erfahren, dass ein sportlicher Weg nicht perfekt verlaufen muss, um wertvoll zu sein.

Quelle: EJU.net

Bildquelle: EJU / European Judo Union

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