Neža Hladnik dreht die Geschichte der -70-kg-Klasse und trägt Slowenien ins Finale
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Neža Hladnik wurde in der -70-kg-Klasse nach einem dramatischen Lauf beim Cadet European Cup im Judo zum großen Gesprächsthema. Die Slowenin machte aus einem Feld mit höher eingestuften Namen ihren eigenen Durchbruchsmoment und brachte Slowenien einen Schritt näher an ein weiteres starkes Ergebnis.
Vor den Halbfinals richtete sich viel Aufmerksamkeit auf Selina Woegerer aus Österreich. Als Nummer eins der Setzliste und sechsfache Medaillengewinnerin beim Cadet European Cup hatte sie mit souveränen Siegen gegen Joana Moreira aus Portugal und Csenge Török aus Ungarn alles unter Kontrolle gewirkt. Alles deutete darauf hin, dass die Österreicherin wie erwartet ins Finale einziehen würde.
Doch diese Gewichtsklasse hatte andere Pläne.
Als die Halbfinals begannen, war die gesetzte Reihenfolge bereits stark durcheinandergeraten. Jede andere Athletin in den letzten vier war ungesetzt und hatte sich mit Siegen gegen höher eingestufte Gegnerinnen nach vorn gekämpft. Das veränderte das gesamte Gefühl in dieser Klasse. Statt eines vorhersehbaren Endes wurde der Wettbewerb in der -70-kg-Klasse zu einem Test von Nerven, Timing und Überzeugung.
Hladnik ging mit deutlich weniger Aufmerksamkeit als Woegerer in dieses Halbfinale. Die Slowenin stand auf Rang 85 der Weltrangliste und hatte zwei Medaillen beim Cadet European Cup gewonnen. Auf dem Papier war das keine Begegnung, von der man eine große Überraschung erwartet hätte.
Zunächst verlief der Kampf wie erwartet. Woegerer ging mit einem Yuko in Führung und schien die Kontrolle zu übernehmen. Hladnik blieb jedoch geduldig und wartete auf die entscheidende Öffnung.
Dann kam der Schlüsselmoment. Hladnik nutzte ihre Chance und setzte einen präzisen Juji-gatame an, der zur Aufgabe führte und den Verlauf dieser Gewichtsklasse komplett veränderte. Innerhalb von Sekunden waren Österreichs Hoffnungen auf Gold dahin, und Slowenien hatte eine Finalistin.
Ein Juji-gatame veränderte in der -70-kg-Auslosung alles.
Es war die Art von Wendung, die alle daran erinnert, warum Judo niemals allein durch Ranglisten entschieden wird. Hladnik überstand den Kampf gegen die Favoritin nicht nur, sie zeigte unter dem größten Druck ihr bestes Judo. Für Slowenien hielt diese Leistung den Schwung aufrecht und fügte dem Tag ein weiteres denkwürdiges Kapitel hinzu.
Auch das zweite Halbfinale bot Judo auf hohem Niveau. Diana Samoiliuk aus der Ukraine, fünffache Medaillengewinnerin beim Cadet European Cup, traf auf Done Melike Özbudak aus der Türkei, die ebenfalls bereits zweimal auf diesem Circuit eine Medaille gewonnen hatte. Mit Weltranglistenplätzen 25 und 30 wirkte das Duell von Beginn an ausgeglichen, und genau so verlief es auch.
Samoiliuk setzte sich in diesem Duell durch und sicherte sich ihren Platz im Finale. Damit stand das Goldmedaillen-Match gegen Hladnik fest, deren Halbfinalsieg bereits zu einem der prägenden Momente dieser Gewichtsklasse geworden war.
In einer Gewichtsklasse, die die Erwartungen von Anfang an ignorierte, stach Hladniks Lauf am meisten heraus. Die Rangliste sagte das eine, aber ihr Judo sagte etwas Stärkeres.
Quelle: EJU.net
Bildquelle: EJU / European Judo Union
Quelle: EJU.net
Bildquelle: EJU / European Judo Union