Von Tokio-Gold zur Trainerbank: Nora Gjakova startet in Wallonien
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Nora Gjakova schlägt ein neues Kapitel auf – und es fühlt sich wie ein leiser, aber bedeutender Staffelstab-Wechsel an. Die Olympiasiegerin aus Kosovo, die ihren Rücktritt vom Wettkampfjudo Anfang des Jahres bekanntgab, arbeitet nun als Trainerin beim Walloon Judo Federation in Belgien. Dort unterstützt sie gemeinsam mit Pedro Guedes die Entwicklung junger belgischer Talente; beide kennen sich noch aus Guedes’ kurzer Zeit als Trainer im Kosovo.
Ein großer Name wechselt die Seite der Matte.
Sportlich hat Gjakova in Europa längst Spuren hinterlassen. Sie holte EM-Gold 2018 in Tel Aviv und EM-Bronze 2021 in Lissabon, dazu kam WM-Bronze 2021 in Budapest. Auf der IJF World Tour sammelte sie mehrere Grand Prix- und Grand Slam-Titel, unter anderem in Tbilisi und Baku, und beendete ihre Karriere mit insgesamt 33 Medaillen bei World Cup und World Tour.
Ihr letzter Auftritt war beim Paris Grand Slam 2025. Kurz danach spürte sie, dass der Wettkampf-Teil für sie „natürlich“ zu Ende ging: körperlich in guter Verfassung, aber mental erschöpft. Die Entscheidung stand auch im Schatten eines schwierigen olympischen Zyklus, in dem sie fünf Monate vor den Spielen eine schwere Verletzung erlitt und sich mit extremem Trainingsaufwand zurückkämpfen musste.
Der Wechsel ins Trainerleben kam schnell. Im Januar war sie auf Einladung des Verbands beim Belgian Open in Herstal, dort starteten die ersten Gespräche – offiziell begann die Zusammenarbeit am 1. April. Im Alltag mit Athletinnen und Athleten erlebt sie laut eigener Aussage weniger Dauer-Druck als früher, auch wenn sie das Gefühl von „Training mit Zweck“ manchmal vermisst.
Inhaltlich bleibt sie der Kosovo-Schule ihres langjährigen Mentors Driton Kuka treu: Fokus auf Technik, Griffe und Disziplin. Genau diese Erfahrung aus harten Anfängen will sie nun nach Wallonien bringen – damit belgische Judoka ihren eigenen Weg Richtung olympische Ziele finden.
Quelle: JudoInside