Olympiamedaillengewinner Tóth Krisztián übernimmt den ungarischen Judo-Verband nach richtungsweisender Wahl
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Der ungarische Judo-Sport hat am Sonntag, dem 10. Mai, ein neues Kapitel aufgeschlagen: Olympiabronzemedaillengewinner Tóth Krisztián wurde für die nächste Amtszeit von zweieinhalb Jahren zum Präsidenten des Ungarischen Judo-Verbands gewählt.
Die Abstimmung fand bei der Wahl-Generalversammlung des Verbands im Ungarischen Haus des Sports statt, und die Atmosphäre war alles andere als gewöhnlich. Von 130 stimmberechtigten Delegierten holten 104 ihre Mandate ab, und das große Medieninteresse zeigte, wie bedeutsam sich dieser Übergang für den Sport in Ungarn anfühlte.
Es war auch deshalb ein bedeutender Moment, weil damit das Ende einer langen Ära markiert wurde. Dr. Tóth László hatte bereits Monate zuvor angekündigt, nach 28 Jahren an der Spitze des ungarischen Judos nicht erneut zu kandidieren, und dies mit seinen wachsenden Aufgaben als Präsident der Europäischen Judo-Union begründet.
Die Versammlung wurde von Dr. Tóth László eröffnet, der Delegierte und Gäste begrüßte, darunter den Generalsekretär des Ungarischen Olympischen Komitees, Fábián László, sowie Baji Balázs. Bevor die Wahlformalitäten begannen, gedachten die Anwesenden der Mitglieder der ungarischen Judo-Gemeinschaft, die kürzlich verstorben waren.
Es war mehr als nur ein Wahltag; es fühlte sich wie ein Staffelstabwechsel im ungarischen Judo an.
In seinen Ausführungen sprach Dr. Tóth László offen darüber, wie schwer ihm dieser Anlass fiel. Zugleich machte er deutlich, dass seine Unterstützung für das ungarische Judo über seine Funktion in der EJU fortgesetzt werde.
Am Rennen um das Präsidentenamt nahmen zunächst vier Kandidaten teil: Balogh Levente, Dr. Csizmadia Zoltán, Dr. Sulányi Péter und Tóth Krisztián. Nach den Vorstellungen der Kandidaten zog Dr. Sulányi Péter seine Kandidatur zurück, sodass drei Namen auf dem Stimmzettel blieben.
Bei der geheimen Abstimmung gaben 101 Delegierte ihre Stimme ab, davon waren 98 gültig. Tóth Krisztián erhielt 70 Stimmen und sicherte sich damit das Präsidentenamt.
Mit 32 Jahren tritt Tóth das Amt mit einem der stärksten sportlichen Lebensläufe im jüngeren ungarischen Judo an. Zu seiner Karriere zählen olympisches Bronze aus Tokio 2020, mehrere Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften sowie 10 nationale Titel. Die Quelle hält zudem fest, dass er auf der IJF World Judo Tour weiterhin Medaillen gewann, während er parallel zum Wettkampf zunehmend Trainerverantwortung übernahm.
Vor der Wahl sagte Tóth, dass er die Entscheidung zur Kandidatur erst nach ernsthaften Gesprächen mit seiner Familie, Trainern und vertrauten Persönlichkeiten des Sports getroffen habe. Als Gründe dafür, warum er sich für bereit halte, in die Sportverwaltung zu wechseln, nannte er sowohl seine Erfahrung als Spitzensportler als auch seinen akademischen Hintergrund in Führung und Coaching.
Sein Programm konzentrierte sich darauf, das ungarische Judo im gesamten System zu stärken und nicht nur auf der Eliteebene. Er hob Nachwuchsförderung, Gewinnung neuer Sportler, Infrastruktur und klarere Athletenwege hervor und betonte zugleich, dass erfolgreiche internationale Ideen sorgfältig an die ungarische Realität angepasst werden müssten.
Tóth unterstrich außerdem Transparenz, Geschlossenheit und den Respekt vor den Traditionen des Judos. Seine Vision umfasste die Unterstützung kleinerer Vereine, Kata und Breitensport-Judo sowie stärkere Verbindungen zwischen Basis und Spitze, damit vielversprechende junge Athleten nicht aus dem System verschwinden.
Die Delegierten bestätigten außerdem den neuen Vorstand, wobei die Ämter ohne Gegenkandidatur besetzt wurden. Zu den Ernennungen gehörten Dr. Kovács Antal als erster Vizepräsident, Biró Norbert als Vizepräsident für Sport, Dr. Jernei Zoltán als Generalschatzmeister, Szentpétery Arnold als Vizepräsident für Bildung und Dr. Demény Ádám als Vizepräsident für Marketing. Pupp Réka wurde zur Vorsitzenden der Athletenkommission gewählt.
Für das ungarische Judo war dies nicht nur ein Ergebnis auf dem Papier. Es war der Beginn einer neuen Führungsepoche unter der Leitung von jemandem, der diesen Sport vom Tatami aus kennt.
Quelle: EJU.net
Bildquelle: EJU / European Judo Union