Sarajevo’s Kata Stage Is Growing Fast, and Europe’s Biggest Duels Are Ready to Return - Image: EJU / European Judo Union

Sarajevos Kata-Bühne wächst rasant, und Europas größte Duelle stehen vor der Rückkehr

Die Europameisterschaften im Judo-Kata gehen mit mehr Dynamik denn je nach Sarajevo. Was früher als ruhigere Seite des Sports galt, kommt nun mit großer Dimension, großer Tiefe und einem voll besetzten Feld an, das sich in den Divisionen Senioren, Junioren, Kadetten und Adaptives Judo messen will.

Die diesjährige Ausgabe wird die größte in der Geschichte der Meisterschaften sein, mit 393 Wettkämpferinnen und Wettkämpfern aus 28 Nationen. Dieser Anstieg gegenüber 330 Athletinnen und Athleten aus 21 Ländern nur zwei Jahre zuvor sagt viel darüber aus, wohin sich Kata in Europa entwickelt.

Dieses Wachstum ist nicht zufällig entstanden. Die EJU Kata Tour, Nachwuchsseminare und stärkere Investitionen in die Teilnahme von Kadetten und Junioren haben alle dazu beigetragen, die Basis zu verbreitern. Traditionelle Kräfte wie Italien, Deutschland, Spanien, die Niederlande und Belgien prägen die Veranstaltung weiterhin, doch das Gesamtbild ist heute breiter, da mehr Länder in den Vordergrund drängen.

Eines der deutlichsten Duelle ist im Senioren-Nage no Kata zu erwarten. Deutschlands Immo Schmidt und Hendrik Schmidt sowie Italiens Mauro Collini und Tommaso Rondinini haben diese Kategorie zu einer echten Rivalität gemacht. Die Deutschen holten 2024 in Sarajevo Gold, dann antworteten die Italiener ein Jahr später in Riga und gewannen mit sechs Punkten Vorsprung, 397,5 zu 391,5.

Die Ranglisten deuten erneut auf einen engen Wettbewerb hin. Collini und Rondinini reisen als Führende der Weltrangliste mit 3500 Punkten an, dicht gefolgt von den Schmidt-Brüdern mit 3300. Auch Spanien sollte nach Bronze in den vergangenen beiden Austragungen nicht übersehen werden, und Senioren-Nage no Kata wird in Sarajevo mit 31 gemeldeten Paaren die größte Kategorie sein.

Der Kampf um Gold im Nage no Kata scheint so offen wie lange nicht.

Katame no Kata bringt ein weiteres hochklassiges europäisches Duell. Belgiens Nicolas Gilon und Jean Philippe Gilon gehören seit Langem zu den verlässlichsten Paaren im Circuit, doch in Riga wurden sie von Frankreichs Nicolas Fourmaux und Jean Daniel Nguyen Van Loc knapp bezwungen. Der Abstand war minimal: nur ein halber Punkt, 390,0 zu 389,5.

Italiens Andrea Fregnan und Pietro Corcioni erhöhen den Druck in dieser Division zusätzlich. Sie führen derzeit mit 3250 Punkten die Weltrangliste an, vor dem belgischen Paar, während die französischen Champions auf Rang vier liegen.

Auch im Ju no Kata reist Italien mit einer starken Ausgangsposition nach Sarajevo. Nach dem jüngsten Rücktritt von Deutschlands Wolfgang Dax Romswinkel und Ursula Loosen aus dieser Kategorie sind Giovanni Tarabelli und Angelica Tarabelli das Paar, das es zu schlagen gilt. Die italienischen Geschwister gewannen im vergangenen Jahr EM-Gold und stehen mit 3600 Punkten auf Platz eins der Weltrangliste.

Frankreichs Mathieu Coulon und Carole Heras sowie Rumäniens Alina Zaharia und Alina Cheru zählen zu den Namen, denen Podestplätze zugetraut werden. Das ist ein weiteres Zeichen dafür, dass sich das Niveau verbreitert, selbst in Kategorien, die einst von einer kleineren Zahl von Ländern dominiert wurden.

Im Kime no Kata wirkt Frankreich mit Gregory Marques und Stephane Bega besonders stark; sie führen die Weltrangliste mit 2875 Punkten an. Dennoch ist der Vorsprung nicht komfortabel. Italiens Enrico Tommasi und Yuri Ferretti liegen auf Rang zwei, Spaniens Julian Sanchez-Chaparro und Carlos Navarrete Cerezo befinden sich weiter im Aufwind, und auch die Gilon-Brüder bleiben erneut Anwärter.

Spanien könnte im Kodokan Goshin Jutsu die größte Tiefe haben. Antoni Obrador Mas und Pedro Marcos Rodriguez führen die Weltrangliste an, während Juana Puigserver Sanso und Llorenc Gaya Puigserver Spanien eine weitere echte Medaillenchance geben. Dennoch sind die amtierenden Europameister Italiens Marika Sato und Fabio Polo, und auch Deutschlands Andreas Freimuth und Eike Alexander Schmidt sind klar im Rennen.

Zusätzliche Aufmerksamkeit gilt auch Itsutsu no Kata und Koshiki no Kata, den interpretativsten Disziplinen im Programm. Sie wurden erst im vergangenen Jahr in die Europameisterschaften aufgenommen und gaben der Veranstaltung sofort eine andere Prägung. Italien gewann Itsutsu no Kata durch Giovanni Tarabelli und Karol Elia Portesi, während Deutschlands Wolfgang Dax Romswinkel und Ursula Loosen Gold im Koshiki no Kata holten.

Die Nachwuchskategorien könnten einige der frischesten Momente von Sarajevo liefern.

Auch die nächste Welle kommt schnell nach. Die Meldungen bei Junioren und Kadetten sind stark gestiegen, besonders im Nage no Kata, wo Sarajevo 22 Juniorenpaare und 13 Kadettenpaare umfassen wird. Italiens Filippo Marzaloni und Nicola Bellosi führen die Junioren-Weltrangliste an, vor Deutschlands Elisa Plattfaut und Jaime Oliver Den Ridder, während Sloweniens Geschwister Kojc, Kara und Keno, im Junioren-Katame no Kata erneut zu den Favoriten zählen.

Sarajevo wird außerdem die dritte Ausgabe des Adaptive Judo Kata ausrichten und damit in die Stadt zurückkehren, in der es vor zwei Jahren erstmals eingeführt wurde. Das passt zu einer Meisterschaft, die nicht mehr nur an Größe gewinnt, sondern auch an Reichweite, Ambition und Bedeutung im europäischen Judo.

Quelle: EJU.net

Bildquelle: EJU / European Judo Union

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