Sleeve Control and Nerve Carry Clarisse Vallim to Cadet -70 kg Gold - Image: IJF / International Judo Federation

Ärmelkontrolle und Nervenstärke tragen Clarisse Vallim zu Kadetten-Gold bis 70 kg

Clarisse Vallim aus Brasilien und Valerie Tombou aus Belgien prägten die Geschichte der Kadettenklasse bis 70 kg und arbeiteten beide mit klarer Entschlossenheit auf das Finale hin. Am Ende holte Vallim Gold nach einem intensiven Kampf, der sich tief in den Golden Score hineinzog.

Die beiden topgesetzten Athletinnen wirkten von Beginn an voll im Fokus. Vallim, die Kadetten-Weltranglistenerste, setzte sich auf dem Weg zum letzten Kampf des Tages in jeder Runde mit der Höchstwertung durch. Tombou, die Nummer 4 der Welt, musste sich in ihrer Hälfte des Tableaus stärker abarbeiten, erreichte das Finale aber ebenfalls bereit für eine echte Prüfung.

Vallims Judo basierte auf präziser Ärmelkontrolle und wiederholten Seoi-otoshi-Angriffen. Dieses Muster blieb auch im Finale konstant. Tombou erkannte die Gefahr und versuchte, das Griffspiel der Brasilianerin zu stören, doch Vallim hielt den Druck hoch. Dadurch geriet die Belgierin in der regulären Kampfzeit in eine schwierige Lage und erhielt zwei Shido.

Dann änderte sich der Kampf.

Tombou lebte im Golden Score auf und setzte Vallim wirklich unter Druck.

Im Golden Score ging Tombou mit mehr Aggressivität nach vorn und akzeptierte Vallims Griffe deutlich weniger. Das Finale wirkte plötzlich viel offener. Vallim stand sichtbar unter Druck, als die Belgierin die Intensität erhöhte, doch mit so wenig Spielraum für Fehler nach zwei Strafen bewegte sich Tombou immer nahe an der Grenze. Nach fast sieben Minuten Gesamt-Kampfzeit beendete das dritte Shido den Kampf.

Vallim riss die Hände hoch und lächelte zu ihrer Trainerin Maria Portela, der dreimaligen Olympiateilnehmerin in der Klasse bis 70 kg. Es war Erleichterung nach einem Finale, das von Kontrolle zu Gefahr und wieder zurück gekippt war.

Danach sprach Vallim mit Emotionen über die Menschen hinter ihrem Ergebnis. Sie sagte, sie sei ihrem Trainerteam, ihrer Familie und besonders ihrer Mutter dankbar, und fügte hinzu, dass das Ausmaß dieses Erfolgs noch nicht vollständig bei ihr angekommen sei. Während des Wettkampfs habe sie sich immer wieder gesagt, es sei nur noch ein weiterer Kampf.

Für Europa war Tombous Silber ein starkes Resultat in einer Kategorie voller Druck. Sie setzte der Weltranglistenersten im Verlauf des Finals immer mehr zu und zeigte echte Widerstandskraft, als der Kampf in den Golden Score ging.

Auch in den Kämpfen um die Medaillen war Europa präsent. Diana Samoiliuk aus der Ukraine gewann Bronze, nachdem sie gegen Viktorija Ragauskaite aus Litauen schnell begonnen hatte. Direkt nach dem ersten Griff brachte Samoiliuk ein großes O-soto-makikomi für Waza-ari durch und behielt von da an die Kontrolle, später kam noch ein Yuko hinzu.

Elene Kurgelia aus Georgien kam ihrerseits nach einer brutalen Viertelfinalniederlage gegen Samoiliuk in ihren Bronzekampf. Dort hatte sie zuvor auf Siegkurs gelegen, bevor ein Moment der Unkonzentriertheit den Kampf völlig kippen ließ. Ihr Versuch der Rückkehr endete gegen Momoka Takeda aus Japan erfolglos, sodass die Georgierin ohne Medaille blieb.

Die Endplatzierungen spiegelten eine Kategorie voller Autorität und Spannung wider: Vallim gewann Gold, Tombou sicherte sich Silber, und die Bronzemedaillen gingen an Takeda und Samoiliuk. In einer Gewichtsklasse, die von den Topgesetzten angeführt wurde, gehörte der größte Moment Vallim, doch Tombous späte Steigerung gab dem Finale seine besondere Schärfe.

Quelle: IJF.org

Bildquelle: IJF / International Judo Federation

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