Tsurkan beendet das -63-kg-Finale in Sekunden mit einem Ausrufezeichen
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Ilariia Tsurkan aus Slowenien war in Gran Canaria der prägende Name der Kategorie -63 kg, und das Finale am zweiten Tag dieses Judo-Events zeigte genau, warum. Die Weltranglistenerste ging als klare Favoritin ins Turnier und beendete den Tag mit einer Leistung, die keinen Zweifel ließ.
Tsurkan brachte bereits eine starke Bilanz mit. Sie ist Vizeweltmeisterin der Kadetten und sechsfache Medaillengewinnerin bei European Cups, mit Ergebnissen, die bereits bis in die Juniorenklasse hineinreichen. Schon in den ersten Runden wirkte sie kontrolliert und ging mit der Autorität durch das Feld, die man von der topgesetzten Athletin der Kategorie erwartet.
Dennoch fehlte es dem Kampf um Gold nicht an Dramatik. Auf der anderen Seite stand Tinatin Gulbani aus Georgien, eine der größten Überraschungen des Turniers. Gulbani war als Nummer 28 der Welt und ohne Setzung nach Gran Canaria gekommen, doch als das Finale begann, waren Ranglisten nicht mehr die Hauptgeschichte.
Ihr Weg in den letzten Kampf hatte bereits Aufmerksamkeit erregt. Gulbani holte vier Siege, um das Finale zu erreichen, und drei davon gewann sie mit Ippon. Dabei bezwang sie mehrere höher eingestufte Gegnerinnen und baute damit eine Dynamik auf, die das gesamte Gefühl einer Kategorie verändern kann.
So entstand ein reizvolles Duell: die etablierte Nummer eins gegen eine Athletin, die den ganzen Tag über Erwartungen auf den Kopf gestellt hatte. Gulbani hatte sich ihren Platz mit furchtlosem Judo verdient, doch Tsurkan ließ das Finale nie in Unsicherheit abgleiten.
Der entscheidende Moment kam fast sofort. Bereits zehn Sekunden nach Kampfbeginn griff Tsurkan mit einem scharf getimten Uki-waza an und erzielte Waza-ari. Es war die Art von Auftakt, die den Rhythmus einer Gegnerin sofort brechen kann.
Tsurkan brauchte weniger als eine halbe Minute, um die Kontrolle über das Finale zu übernehmen.
Sie machte dort nicht halt. Direkt anschließend wechselte Tsurkan in Yoko-shiho-gatame und sicherte sich nur 19 Sekunden später ein zweites Waza-ari. Die Sequenz war schnell, sauber und kompromisslos, die Antwort einer Siegerin in einem Finale, das Spannung versprochen hatte.
Das Ergebnis hatte noch eine weitere Ebene. Tsurkan vertrat hier Slowenien, nachdem sie den EYOF-2025-Titel unter ukrainischer Flagge gewonnen hatte, und dieses Gold fügte ihrem Aufstieg ein weiteres großes Kapitel hinzu. In der Kategorie -63 kg hat sich Slowenien einen Ruf als Land der Siegerinnen erarbeitet, und Tsurkan scheint nun fest Teil dieser Geschichte zu sein.
Für Gulbani sollte die Niederlage nicht auslöschen, was insgesamt ein außergewöhnlicher Tag war. Ihr Lauf ins Finale gehörte zu den beeindruckendsten Leistungen der Gewichtsklasse und zeigte, dass sie deutlich etabliertere Namen herausfordern kann. Selbst in der Niederlage verließ sie Gran Canaria als eine der Athletinnen, an die man sich erinnern wird.
Doch dieses Finale gehörte Tsurkan. Von der Favoritin auf dem Papier zur Siegerin auf der Tatami lieferte sie genau dann ab, als der Druck am größten war, und tat dies in atemberaubend schnellem Tempo.
Quelle: EJU.net
Quelle: Fighting Lifestyle
Bildquelle: EJU / European Judo Union