Abe gibt in Ulaanbaatar das Tempo vor, Giuffrida kämpft sich zu Silber
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Uta Abe war die prägende Kraft im Frauen-Wettbewerb bis 52 kg in Ulaanbaatar. In einer Kategorie mit vielen gesetzten Athletinnen und starken Frühform-Nachweisen stach der japanische Star klar heraus und stand am Ende erneut ganz oben.
Die fünffache Weltmeisterin und Olympiasiegerin von Tokio 2020 wirkte von den ersten Runden an sehr präsent. Abe kam mit der Kontrolle und Präzision durch die Vorrunden, die sie zu einem der herausragenden Namen im Judo gemacht haben, und zeigte erneut jene Mischung aus Kraft, Timing und technischer Qualität, mit der ihre Gegnerinnen kaum mithalten konnten.
Am Ende des Tages gehörte ihr die Goldmedaille, und sie brachte noch einen weiteren Meilenstein mit sich. Es war Abes zwölftes Grand-Slam-Gold und damit ein neuer Frauen-Rekord auf diesem Niveau.
Das Finale selbst verlief nicht so, wie es viele erwartet hatten. Die Italienerin Odette Giuffrida erreichte nach einem starken Lauf den Kampf um Gold, musste aber verletzungsbedingt zurückziehen. Damit ging der Titel an Abe, während sich Giuffrida nach einem entschlossenen Tag unter schwierigen Umständen mit Silber begnügen musste.
Giuffridas Weg ins Finale verdiente dennoch große Beachtung. Trotz Problemen mit einem verletzten Arm fand sie immer wieder Wege zum Sieg und zeigte eine der kämpferisch stärksten Leistungen dieser Kategorie. Zu den Athletinnen, die sie bezwang, gehörte auch die Ungarin Roza Gyertyas, WM-Bronzemedaillengewinnerin, als Giuffrida mit klarer Entschlossenheit durch das Feld ging.
Giuffridas Silber folgte auf einen Lauf, der von Widerstandskraft getragen war.
Im ersten Kampf um Bronze kam es zu einem rein ungarischen Duell zwischen Reka Pupp und Roza Gyertyas. Nachdem beide Athletinnen bereits einen fordernden Tag in den Beinen hatten, setzte Pupp die entscheidende Aktion und erzielte Waza-ari mit einem starken Uchi-mata, um sich die Medaille zu sichern.
Dieses Resultat brachte Europa durch Pupp einen Platz auf dem Podest, während Gyertyas Fünfte wurde. Es war ein starker Auftritt des ungarischen Teams in einer Gewichtsklasse voller etablierter Anwärterinnen.
Im zweiten Bronzekampf traf Ariane Toro Soler aus Spanien auf Khorloodoi Bishrelt aus den Vereinigten Arabischen Emiraten. Ihr Duell blieb lange eng, ohne dass eine der beiden Judoka in der regulären Kampfzeit entscheidend davonziehen konnte. Im Golden Score fand Bishrelt schließlich die nötige Wertung und holte Bronze.
Toro Soler wurde Fünfte, während Bishrelts Ergebnis auf ein Halbfinale folgte, in dem sie Abe noch am ehesten prüfen konnte. Doch selbst das reichte nicht, um das Gesamtbild dieser Kategorie zu verändern, denn der Tag führte immer wieder zur gleichen Erkenntnis zurück.
Abe war schlicht auf einem anderen Niveau.
Nach dem Wettkampf sagte Abe, sie sei etwas nervös gewesen, weil ihr letzter Kampf etwa ein halbes Jahr zurückgelegen habe. Außerdem erklärte sie, das Turnier habe ihr geholfen, ihr Gefühl für den Wettkampf zurückzugewinnen, und ihr einen guten Start auf dem Weg zu den Olympischen Spielen von Los Angeles gegeben, wobei als Nächstes die Judo-Weltmeisterschaften in Baku in ihrem Programm stehen.
Die Endplatzierungen spiegelten sowohl Dominanz als auch Tiefe wider: Abe holte Gold, Giuffrida Silber, und die Bronzemedaillen gingen an Pupp und Bishrelt. In einer Division voller gesetzter Athletinnen und ehrgeiziger Herausforderinnen blieb die größte Geschichte dennoch die klarste. Wenn Abe so auftritt, jagt das restliche Feld nur hinterher.
Quelle: IJF.org
Bildquelle: IJF / International Judo Federation
Quelle: Fighting Lifestyle
Bildquelle: IJF / International Judo Federation